Innovative Pausenversorgung: Wie eine Schule Catering zum Unterrichtsfach macht
In vielen Regionen Deutschlands gehören funktionierende Schulküchen längst der Vergangenheit an. Besonders nach der Wende wurden zahlreiche Einrichtungen aus Rentabilitätsgründen geschlossen. Die Folge: Das Essen kommt heute meist von externen Zulieferern in Warmhaltebehältern und wird vor Ort lediglich ausgegeben. Frische, knusprige Brötchen oder abwechslungsreiche Snacks sind für die meisten Schüler während der Pausen unerreichbar – es sei denn, sie bringen etwas von zu Hause mit oder haben die Möglichkeit, in höheren Klassenstufen kurz zum nächsten Bäcker zu laufen.
Abgelegene Lage erfordert kreative Lösungen
Für die Schüler der Prenzlauer Grabowschule stellt sich diese Situation besonders herausfordernd dar. Die Bildungseinrichtung befindet sich am äußersten Stadtrand von Prenzlau, weit entfernt vom Stadtzentrum. Das einst in der Nähe gelegene Lebensmittelgeschäft ist seit Langem geschlossen, was die Versorgung mit frischen Snacks zusätzlich erschwert. Doch statt sich mit den gegebenen Umständen abzufinden, haben die „Grabower“ eine äußerst erfinderische Initiative gestartet.
Wie Pädagogin Christina Wolff dem Nordkurier mitteilte, wird an der Schule jetzt selbst Hand angelegt: „Im Rahmen des WAT-Unterrichts – Wirtschaft, Arbeit, Technik – übernehmen unsere Schüler die komplette Pausenversorgung.“ Das Ergebnis ist beeindruckend: Der Duft frisch gebackener Waffeln und leckerer Käsebrötchen erfüllt nun regelmäßig die Schulflure. Darüber hinaus werden abwechslungsreiche Wraps mit Fisch, Fleisch und Gemüse frisch zubereitet, die für farbliche Akzente in der Pausengestaltung sorgen. Selbstverständlich gehören auch klassische belegte Brötchen zum festen Bestandteil des Angebots.
Praktisches Lernen mit direktem Nutzen
Die Initiative des Fachbereichs WAT verfolgt ein klares Ziel: Kinder und Erwachsene jederzeit frisch, gesund und warm zu versorgen. Wie Christina Wolff gegenüber der Redaktion resümierte, kommt dieses Konzept außerordentlich gut an. Produktion und Verkauf liegen komplett in den Händen der Schüler selbst, was nicht nur praktische Erfahrungen vermittelt, sondern auch Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit fördert.
Hinter dem Projekt stehen engagierte Lehrkräfte wie Andrea Hiller, Vanessa Vogeler, Steffi Ducke und Frank Kästner, dessen siebte Klasse sich aktiv einbringt. Die Schüler äußern sich durchweg lobend über ihre fachkundigen Kollegen. Die gesamte Schulgemeinschaft profitiert von diesen schmackhaften Bereicherungen der Pausen – ein gelungenes Beispiel dafür, wie schulische Herausforderungen in innovative Lerngelegenheiten verwandelt werden können.
Diese Herangehensweise zeigt, dass selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen kreative Lösungen möglich sind, die sowohl die Versorgungssituation verbessern als auch wertvolle Bildungsinhalte vermitteln. Die Prenzlauer Grabowschule hat damit ein Modell entwickelt, das sicherlich auch für andere Schulen mit ähnlichen Problemen inspirierend sein könnte.



