Studienberechtigte in Deutschland: Deutlicher Rückgang um 8 Prozent im Jahr 2025
Die Hochschulen in Deutschland müssen sich auf weniger Bewerbungen in den kommenden Semestern einstellen. Die Zahl der Studienberechtigten ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Rund 341.700 Schülerinnen und Schüler erwarben 2025 die Hochschul- oder Fachhochschulreife, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. Das entspricht einem Rückgang von acht Prozent oder 29.900 Personen im Vergleich zum Vorjahr.
Bayern als Hauptursache für den Einbruch
Der deutliche Rückgang ist nicht auf vergeigte Abiturprüfungen zurückzuführen, sondern hat vor allem eine strukturelle Ursache: das Auslaufen des achtjährigen Gymnasiums (G8) in Bayern im Jahr 2024. In Folge sank die Zahl der Studienberechtigten im Freistaat um dramatische 51 Prozent oder 27.600 Personen. Ohne den bayerischen Effekt beträgt das Minus bundesweit lediglich 0,7 Prozent.
Regionale Unterschiede bei den Entwicklungen
Neben Bayern verzeichneten weitere Bundesländer Rückgänge:
- Saarland: Minus von sieben Prozent
- Schleswig-Holstein: Minus von drei Prozent
- Mecklenburg-Vorpommern: Minus von drei Prozent
- Sachsen-Anhalt: Minus von drei Prozent
Positive Entwicklungen gab es hingegen in:
- Sachsen: Plus von sechs Prozent
- Thüringen: Plus von vier Prozent
Demografische Entwicklungen und Geschlechterverteilung
Interessanterweise stieg die Zahl der 17- bis 19-Jährigen in der Gesamtbevölkerung zum 31. Dezember 2024 um 0,9 Prozent. Dieser Anstieg ist jedoch auf Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen und hatte kaum Einfluss auf die Zahl der Studienberechtigten.
Bei der Art der erworbenen Berechtigung zeigen sich klare Muster:
- 80 Prozent erwarben die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife
- 20 Prozent erwarben die Fachhochschulreife
- 67 Prozent erreichten ihren Abschluss an einer allgemeinbildenden Schule
- 33 Prozent an einer beruflichen Schule
Der Frauenanteil bei den Studienberechtigten lag wie im Vorjahr bei 54 Prozent. Bei der Allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife war der Frauenanteil mit 55 Prozent etwas höher, während beim Erwerb der Fachhochschulreife das Geschlechterverhältnis ausgeglichener war – 52 Prozent Frauen gegenüber 48 Prozent Männern.
Ausblick für die kommenden Jahre
Die Entwicklung dürfte sich fortsetzen: In diesem Jahr fallen auch in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen wegen der Rückkehr zu G9 die meisten Abiturjahrgänge aus. Die Zahl der Studienberechtigten wird deshalb voraussichtlich auch im Jahr 2026 niedriger bleiben als in den Jahren vor der Umstellung. Dies wird Auswirkungen auf beliebte Studiengänge, die Auslastung von Hochschulen und die Nachfrage nach Wohnheimplätzen haben.



