Den Traumberuf im Handwerk finden: Experten geben wertvolle Ratschläge
Die Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf stellt für viele Jugendliche eine große Herausforderung dar. In Vorpommern stehen Kreishandwerksmeister Mario Schmidt von der Kreishandwerkerschaft Vorpommern-Greifswald und die Agentur für Arbeit Greifswald mit praktischen Tipps zur Seite, um den Weg in die richtige Lehre zu ebnen.
Die Grundlage: Spaß und Interesse als Erfolgsfaktoren
„Man muss Spaß an der Sache haben und Interesse mitbringen. Wenn diese beiden Faktoren zusammentreffen, hat man in der Lehre Erfolg“, betont Kreishandwerksmeister Mario Schmidt. Dieser einfache wie geniale Ratschlag bildet die Basis für eine gelungene Berufswahl im Handwerk.
Praktika als Schlüssel zur Berufsfindung
Um herauszufinden, welcher Beruf tatsächlich Freude bereitet, empfiehlt der erfahrene Tischlermeister ausgiebige Praktika. „Ein Praktikum machen, ganz egal in welchem Handwerk. Man muss erstmal merken, ob man ein Gefühl dafür hat“, erklärt Schmidt. Durch praktische Erfahrungen könnten Jugendliche schnell erkennen, welche Tätigkeiten zu ihnen passen und welche nicht.
Der Experte macht Mut zum Ausprobieren: „Vielleicht ist Metall zu dreckig, Tischler zu staubig und Bäcker zu nachtintensiv. Dann wird es vielleicht die Lehre zum Friseur, weil es Spaß macht, mit den Händen zu arbeiten und zu sehen, was man geschaffen hat“.
Den Betrieb vor der Ausbildung kennenlernen
Ein weiterer entscheidender Aspekt ist das vorherige Kennenlernen des Ausbildungsbetriebs. Schmidt rät: „Einmal in dem Betrieb ein Schul- oder Ferienpraktikum machen. Dann sieht man, ob man miteinander zurechtkommt“. Fälle, in denen Betriebe und Auszubildende nicht harmonieren, könnten dem Handwerk nachhaltig schaden.
„Wir haben auch einige, die machen eine Lehre und sagen: ‚Der Idiot, da gehe ich nie wieder hin.‛ Diese Auszubildenden gehen dann weg und bleiben nicht im Handwerk“, gibt Mario Schmidt zu bedenken. Daher sei es essenziell, vorab zu klären, ob es neben den fachlichen Ausbildungsinhalten auch menschlich zwischen Betrieben und Auszubildenden passt.
Unterstützung durch die Agentur für Arbeit
Auch die Agentur für Arbeit Greifswald betont den hohen Stellenwert von Praktika für die Berufsorientierung. „Um herauszufinden, welcher Beruf zu einem passt, sollten Jugendliche möglichst viele Einblicke in die Arbeitswelt bekommen – etwa durch Gespräche, Messebesuche, Internetrecherche oder Praktika“, heißt es von der Behörde.
Besonders Praktika ermöglichen einen direkten Einblick in Berufe und helfen Jugendlichen, durch eigenes Ausprobieren festzustellen, ob die Tätigkeit wirklich den eigenen Erwartungen entspricht.
Finanzielle Unterstützung für Praktika
Ein wichtiger Anreiz: Schüler ab 15 Jahren können sich ein solches Praktikum von der Landesregierung bezahlen lassen. Für ein Ferienpraktikum von mindestens einer Woche gibt es etwa 120 Euro Praktikumsprämie. Diese kann bei der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern beantragt werden.
Woche der Ausbildung bietet zusätzliche Chancen
Anlässlich der bundesweiten „Woche der Ausbildung“ vom 16. bis 20. März macht die Bundesagentur für Arbeit auf die Bedeutung der Berufsausbildung aufmerksam. In diesem Zeitraum informiert sie Jugendliche, Eltern sowie Unternehmen über Möglichkeiten der Berufsorientierung und Unterstützung bei der Ausbildungssuche.
Ein Höhepunkt ist die Ausbildungsmesse für handwerkliche Berufe „Schaufenster ins Handwerk“ am Donnerstag, 19. März, von 10 bis 16 Uhr am Carl-Heydemann-Ring 98 in Stralsund. Diese Veranstaltung bietet Jugendlichen eine ausgezeichnete Gelegenheit, verschiedene Handwerksberufe kennenzulernen und mit potenziellen Ausbildungsbetrieben ins Gespräch zu kommen.
Die Kombination aus praktischen Erfahrungen durch Praktika, finanzieller Unterstützung und gezielten Informationsangeboten wie der Woche der Ausbildung schafft optimale Voraussetzungen für Jugendliche in Vorpommern, ihren Traumberuf im Handwerk zu finden und eine erfolgreiche Ausbildung zu beginnen.



