Thüringens Wissenschaftsminister Tischner: Hochschulreform-Einsparungen brauchen Geduld
Tischner: Hochschulreform-Einsparungen brauchen Zeit

Thüringens Wissenschaftsminister mahnt Geduld bei Hochschulreform an

In Thüringen wird intensiv über eine engere Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen diskutiert, die langfristig finanzielle Einsparungen bringen soll. Wissenschaftsminister Christian Tischner von der CDU dämpft jedoch die Erwartungen an kurzfristige Erfolge und betont, dass die gewünschten Effekte erst mittel- bis langfristig eintreten werden.

Reformprozess erfordert langen Atem

„Diese Effekte werden erst mittel- und langfristig eintreten“, erklärte Tischner am Rande der Landeswissenschaftskonferenz in Erfurt. Trotz dieser zeitlichen Verzögerung sei es aus seiner Sicht entscheidend, jetzt mit den Reformen zu beginnen. „Weil, wenn wir jetzt nichts tun, haben wir in 10, 15 Jahren richtig das Problem und dann müssen wir vielleicht wirklich darüber nachdenken, wie man mit Hochschulstandorten umgeht.“

Der Minister verwies auf die aktuelle Diskussion über eine neue Rahmenvereinbarung zwischen dem Land Thüringen und seinen Hochschulen, die ab dem Jahr 2027 gelten soll. Diese Vereinbarung behandelt nicht nur die künftige Finanzausstattung der Hochschulen durch das Land, sondern zielt insbesondere auf eine verstärkte Kooperation in Hochschulverbünden ab. Alle bestehenden Hochschulstandorte sollen dabei erhalten bleiben.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Stärkung der Hochschulen im ländlichen Raum

Ein zentrales Anliegen der Reform ist die Stärkung der kleineren Fachhochschulen, insbesondere in den ländlichen Regionen Thüringens. „Aber dazu müssen wir jetzt gemeinsam unsere Hausaufgaben machen“, forderte Tischner. Er zeigte sich erfreut über die große Offenheit, die der Reformweg derzeit unter den Hochschulen findet.

Angespannte Finanzlage erfordert neue Strukturen

Die finanzielle Situation der Hochschulen wird zunehmend enger. Während in den vergangenen Jahren die Landesmittel jährlich um vier Prozent erhöht wurden, beträgt die Steigerung in diesem Jahr nur noch 3,5 Prozent. Für das kommende Jahr ist im Landeshaushalt lediglich eine Erhöhung von 1,2 Prozent vorgesehen.

„Wir haben die Hinweise, die Hochschulen würden schon hinkommen, aber es wird enger“, kommentierte Tischner diese Entwicklung. Sollten durch die Reform tatsächlich neue und effizientere Strukturen geschaffen werden, sei er bereit, auch finanziell weiter für die Hochschulen zu kämpfen. Ein positiver Aspekt sei, dass die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst weniger stark ausgefallen seien als zunächst befürchtet.

Gleichzeitig verwies der Minister auf das Argument, dass die Hochschulen möglicherweise noch eigene Reserven besitzen. Diese Möglichkeit müsse jedoch sorgfältig geprüft werden, bevor endgültige Schlüsse gezogen werden könnten. Die Hochschulreform in Thüringen bleibt somit ein komplexer Prozess, der sowohl politischen Willen als auch finanzielle Weitsicht erfordert.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration