Deutschlands Bevölkerung schrumpft bis 2070 um zehn Prozent – stärker als erwartet
Bevölkerung schrumpft bis 2070 um zehn Prozent

Deutschlands Bevölkerung schrumpft bis 2070 um zehn Prozent – stärker als erwartet

Die deutsche Bevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich stärker schrumpfen als bisher prognostiziert. Laut einer aktuellen Analyse des Dresdner Ifo-Instituts wird die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2070 um rund zehn Prozent zurückgehen. Damit korrigieren die Forscher ihre früheren Annahmen, die von einem Rückgang um lediglich ein Prozent ausgingen, erheblich nach oben.

Neue Daten aus dem Zensus 2022 als Grundlage

Grund für diese deutliche Anpassung der Prognose sind neue Erkenntnisse aus dem Zensus 2022. Die damalige Volkszählung ergab, dass in Deutschland hochgerechnet nur etwa 81,9 Millionen Menschen lebten – deutlich weniger als bis dahin angenommen wurde. Diese niedrigere Ausgangsbasis führt laut Ifo-Institut langfristig zu einer stark sinkenden Bevölkerung. Die Forscher betonen, dass bereits kleine Abweichungen in den Ausgangszahlen über einen so langen Zeitraum von fast fünf Jahrzehnten erhebliche Auswirkungen auf die Prognose haben.

Regionale Unterschiede werden immer deutlicher

Die Analyse des Ifo-Instituts zeigt zudem erhebliche regionale Unterschiede in der Bevölkerungsentwicklung auf. Während die ostdeutschen Flächenländer besonders stark vom Rückgang betroffen sein werden, prognostizieren die Experten für die Stadtstaaten sogar ein Wachstum bis 2070. Diese Disparitäten werden die gesellschaftliche und wirtschaftliche Landschaft in Deutschland nachhaltig verändern.

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Weitreichende politische und gesellschaftliche Konsequenzen

„Der verstärkte Rückgang und die Alterung der Bevölkerung müssen schon heute bei politischen Entscheidungen mit Langzeitwirkung, beispielsweise bei Gesundheit und Pflege, berücksichtigt werden“, erklärt Institutsleiter Joachim Ragnitz. Die Ifo-Experten sehen mehrere kritische Bereiche, die von der demografischen Entwicklung betroffen sein werden:

  • Der Arbeitskräftemangel dürfte sich weiter verschärfen
  • Die gesetzliche Rentenversicherung gerät unter zusätzlichen Druck
  • Der Anteil älterer Menschen nimmt deutlich zu, was den Bedarf an Gesundheits- und Pflegeinfrastruktur erhöht
  • Der Wohnungsmarkt könnte sich vielerorts entspannen
  • Die Verkehrsinfrastruktur und der Personalbedarf im öffentlichen Dienst werden sich verändern

Die Studie unterstreicht damit die Dringlichkeit, sich bereits heute auf die demografischen Veränderungen der kommenden Jahrzehnte vorzubereiten. Politische Weichenstellungen in den Bereichen Einwanderung, Familienpolitik und Altersvorsorge gewinnen angesichts dieser Prognosen zusätzlich an Bedeutung.

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