Demografische Krise: Zahl der Eheschließungen in China bricht ein
Chinas Hochzeiten brechen ein – Demografiekrise

Chinas demografische Krise verschärft sich offenbar weiter. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Angaben des Ministeriums für zivile Angelegenheiten berichtet, ging die Zahl der Eheschließungen im ersten Quartal um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Von Januar bis März wurden knapp 1,7 Millionen neue Ehen registriert. Damit hat sich die Zahl der Hochzeiten in diesem Zeitraum seit dem Jahr 2017 in etwa halbiert.

Alarmierende Signale für die Staatsführung

Die Daten dürften die chinesische Staatsführung alarmieren. Wie viele westliche Gesellschaften kämpft auch China seit Jahren gegen den demografischen Wandel. Die Zahl der Einwohner ist 2025 bereits das vierte Jahr in Folge geschrumpft. Auch die Geburtenrate ist auf ein Rekordtief gefallen. Mit 7,92 Millionen neu geborenen Kindern im Jahr 2025 lag die Rate bei 5,63 Geburten pro 1000 Einwohner – so niedrig wie noch nie seit der Gründung der Volksrepublik im Jahr 1949. Dies hatte das nationale Statistikamt bereits im Januar mitgeteilt.

Bevölkerung könnte sich bis 2100 halbieren

Laut Berechnungen der Vereinten Nationen könnte Chinas Bevölkerung von heute 1,4 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2100 auf 800 Millionen schrumpfen. In China bekommen Paare traditionell erst nach der Heirat Kinder. Das liegt an tief verwurzelten kulturellen Normen, aber auch an der Bürokratie. So waren in der Vergangenheit die offizielle Registrierung einer Geburt oder der Zugang zu staatlichen Leistungen oft an eine Heiratsurkunde gebunden.

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Gegenmaßnahmen der Behörden

Chinas Behörden versuchen bereits seit einiger Zeit gegenzusteuern. So wurde eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um Anreize für Hochzeiten und Geburten zu schaffen. Dazu gehören finanzielle Zuschüsse für Familien, der Ausbau der Kinderbetreuung sowie Bemühungen, die medizinischen Kosten rund um die Geburt zu senken. Die Kosten für Verhütungsmittel wurden indes erhöht. Bislang scheinen diese Initiativen jedoch nur geringe Wirkung zu zeigen.

Einkindpolitik als Ursache

Chinas demografische Krise hängt auch mit der jahrzehntelangen Einkindpolitik zusammen, die in den frühen Achtzigerjahren zur Kontrolle des schnellen Bevölkerungswachstums eingeführt worden war. Die Einschränkung wurde im Jahr 2016 abgeschafft, seit 2021 dürfen Paare drei Kinder haben. In der Stadt Rudong hat die Volksrepublik einst ihre Einkindpolitik getestet – heute sind 40 Prozent der Bewohner über 60. Dort werden Läden, Jobs und ganze Straßen auf Rentner zugeschnitten.

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