Niedrigste Geburtenrate aller Zeiten: Familienalltag wird zum finanziellen Balanceakt
Die Geburtenrate in Deutschland hat einen historischen Tiefstand erreicht. Immer mehr Menschen entscheiden sich gegen Kinder, vor allem aus finanziellen Gründen. Ein Blick in den Alltag der Familie Backhaus aus Adenstedt in Niedersachsen zeigt, warum dieser Trend so besorgniserregend ist.
„Wir sind gerade in eine größere Wohnung gezogen“
Jenny Backhaus (33) und ihr Partner Torben (37) leben mit ihren beiden Kindern Maximilian (8) und Madeleine (6) im ländlichen Adenstedt. „Torben verdient als Filialleiter etwa 2200 Euro im Monat, ich bin aktuell arbeitssuchend“, erklärt Jenny im Gespräch. Die Familie hat kürzlich den Schritt in eine größere Wohnung mit zwei separaten Kinderzimmern gewagt. Diese Entscheidung bringt monatliche Kosten von 580 Euro Miete plus zusätzliche 350 Euro für Gas und Strom mit sich.
Auf dem Land ist das Leben zwar günstiger, doch die Entfernungen erfordern ein zweites Auto. Dieses schlägt mit rund 250 Euro pro Monat zu Buche. Hinzu kommen 190 Euro für Schulessen und den Kita-Platz der Kinder. „Maximilian würde unbedingt Schlagzeug spielen lernen, aber dafür fehlt uns einfach das Geld“, gesteht Jenny. Die Kinder tragen überwiegend Second-Hand-Kleidung, und einen richtigen Urlaub hat die Familie seit Jahren nicht mehr unternommen.
„Sie zaubern mir jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht“
Trotz der finanziellen Einschränkungen und des ständigen Sparens bereut Jenny ihre Entscheidung für die Familie nicht. „Unsere Kinder lassen mich lächeln, auch wenn es manchmal schwer ist“, sagt sie mit Überzeugung. Die tägliche Freude, die Maximilian und Madeleine ihr bereiten, wiegt für sie die materiellen Entbehrungen auf.
Die Situation der Backhaus-Familie ist kein Einzelfall. Immer mehr junge Paare zögern, eine Familie zu gründen, aus Angst vor den hohen Kosten. Die monatlichen Ausgaben für Wohnen, Mobilität, Betreuung und Bildung summieren sich schnell zu einer beträchtlichen Summe, die viele Haushalte an ihre finanziellen Grenzen bringt.
Experten warnen vor den langfristigen Folgen der sinkenden Geburtenrate für die Gesellschaft. Neben den demografischen Herausforderungen droht auch ein Verlust an Lebensqualität und familiärer Bindung. Familien wie die Backhausens zeigen jedoch, dass trotz aller Widrigkeiten die emotionale Bereicherung durch Kinder unbezahlbar bleibt.



