Homeoffice-Studie: Paare mit Heimarbeit bekommen deutlich mehr Kinder
Homeoffice führt zu mehr Kindern bei Paaren

Homeoffice als Familienbooster: Studie belegt signifikant höhere Kinderzahl

Regelmäßige Arbeit im Heimbüro führt nach einer umfangreichen internationalen Untersuchung zu deutlich mehr Nachwuchs bei Paaren. Ein Forschungsteam aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Mexiko hat herausgefunden, dass in 38 untersuchten Ländern die Geburtenzahl pro Frau um durchschnittlich 14 Prozent steigt, wenn beide Elternteile mindestens einen Tag pro Woche von zu Hause aus arbeiten.

Detailierte Ergebnisse der internationalen Erhebung

Die Wissenschaftler des Münchner Ifo-Instituts, die an der Studie beteiligt waren, teilten mit, dass bei Homeoffice-Paaren statistisch gesehen jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens ein Kind mehr bekommt als bei Paaren ohne Heimarbeit. Besonders ausgeprägt war der Effekt in den USA, wo die Geburtenzahl pro Frau sogar um 18 Prozent höher lag. Gleichzeitig wird dort im Durchschnitt auch häufiger im Heimbüro gearbeitet als in europäischen Ländern.

Die Studie basiert auf zwei separaten Erhebungen: Im Rahmen des „Global Survey of Working Arrangements“ befragte das Umfrageinstitut Bilendi im Auftrag der Ökonomen 19.277 Menschen in 38 Ländern, davon 11.314 im gebärfähigen Alter zwischen 20 und 45 Jahren. In Deutschland waren es nach Angaben des Ifo-Wissenschaftlers Matthias Dolls gut 1.000 Teilnehmer. In den USA nahmen an einer separaten Erhebung knapp 90.000 Menschen teil.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Schlüsselfaktor

„Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass ein breiterer Zugang zu Homeoffice die Zahl der Kinder erhöht – vermutlich, weil dadurch der zeitliche und organisatorische Aufwand sinkt, der nötig ist, um Beruf und Familie zu vereinbaren“, erklärte Ifo-Wissenschaftler Matthias Dolls, einer der Studienautoren. Die Forscher fragten dabei sowohl nach Geburten in den vergangenen Jahren als auch nach aktuellen Schwangerschaften und Kinderwünschen für die Zukunft.

An der internationalen Studie waren neben dem Ifo-Institut auch Forscher der beiden US-Spitzenuniversitäten Stanford und Princeton, des King's College in London und des Technologieinstituts in Mexiko beteiligt. Die Wissenschaftler legen sich in ihrem 59-seitigen Aufsatz nicht absolut fest, ob die Arbeit im Heimbüro kausal die Ursache vermehrter Geburten ist oder ob es sich lediglich um eine Korrelation handelt.

Homeoffice als möglicher Dämpfer für den Geburtenrückgang

Doch neigen die Autoren zu der Interpretation, dass die Arbeit im Heimbüro durchaus ein kausaler Faktor sein könnte. „Mehr Flexibilität durch Homeoffice könnte dazu beitragen, dass Menschen ihre gewünschte Familiengröße eher verwirklichen können“, sagte Dolls. Er rechnete vor, dass eine Anhebung der Homeoffice-Quote auf das US-amerikanische Niveau für etwa 13.500 zusätzliche Geburten pro Jahr in Deutschland sorgen könnte.

Allerdings betonten die Forscher auch, dass häufigere Arbeit im Homeoffice allein das demografische Problem nicht lösen kann. „Es kann aber ein Baustein sein, um den Trend sinkender Geburtenraten etwas abzumildern“, so Dolls. In vielen Ländern ist die Geburtenrate in den vergangenen Jahrzehnten stark gesunken, und die Arbeit im Heimbüro könnte diesen Rückgang laut der neuen Studie möglicherweise etwas bremsen.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass auch der umgekehrte Effekt möglich wäre: Menschen, die Kinder haben oder bekommen wollen, könnten sich gezielt Jobs mit der Möglichkeit zur Heimarbeit suchen. Dennoch deuten die umfangreichen Daten darauf hin, dass die Flexibilität des Homeoffice tatsächlich die Realisierung von Kinderwünschen erleichtert.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration