Studie enthüllt: Jeder dritte US-Amerikaner fürchtet nahenden Weltuntergang
Jeder dritte US-Amerikaner fürchtet Weltuntergang (13.03.2026)

Apokalypse-Glaube in den USA: Ein Drittel erwartet Weltuntergang zu Lebzeiten

Die Angst vor einem bevorstehenden Ende der Welt ist in den Vereinigten Staaten ein weit verbreitetes Phänomen. Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung glaubt etwa ein Drittel der US-Amerikaner daran, noch während der eigenen Lebensspanne den Weltuntergang zu erleben. Diese bemerkenswerte Erkenntnis stammt aus einer repräsentativen Befragung von 1409 Personen, die in ihrer Zusammensetzung die Gesamtbevölkerung hinsichtlich Alter, Geschlecht und Haushaltseinkommen akkurat abbildet.

Fünf Dimensionen apokalyptischen Denkens

Die Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht wurde, identifiziert fünf zentrale Dimensionen, in denen sich die Weltuntergangsvorstellungen der Befragten grundlegend unterscheiden:

  • Der zeitliche Horizont: Wie bald erwarten Menschen das Ende?
  • Die Ursachenzuschreibung: Geht es auf menschliches Handeln oder göttliche Kräfte zurück?
  • Die persönliche Einflussnahme: Welche Rolle spielt der Einzelne im apokalyptischen Szenario?
  • Die erwartete Qualität des Endes: Steht ein positives oder negatives Finale bevor?

Der Hauptautor der Studie, Psychologe Matthew Billet, betont: "Der Glaube an den Weltuntergang ist in Nordamerika überraschend weitverbreitet und beeinflusst maßgeblich, wie Menschen die drängendsten Bedrohungen der Menschheit interpretieren und darauf reagieren." Billet forschte ursprünglich als Doktorand an der University of British Columbia und ist mittlerweile an der University of California tätig.

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Politische Implikationen und gesellschaftliche Konsequenzen

Die unterschiedlichen apokalyptischen Narrative haben konkrete Auswirkungen auf politische Einstellungen und gesellschaftliches Handeln. Personen, die einen menschengemachten Weltuntergang – beispielsweise durch Klimawandel oder Atomkrieg – befürchten, bewerten entsprechende Risiken signifikant höher und befürworten drastischere Gegenmaßnahmen. Im Kontrast dazu zeigen jene, die an ein göttlich bestimmtes Ende glauben, deutlich weniger Unterstützung für präventive politische Initiativen.

"Unterschiedliche Vorstellungen vom Weltuntergang können zu sehr unterschiedlichen Reaktionen auf gesellschaftliche Probleme führen", erklärt Billet. "Jemand, der glaubt, dass der Mensch durch den Klimawandel die Apokalypse verursacht, wird ganz anders auf Umweltpolitik reagieren als jemand, der glaubt, dass das Ende der Welt durch göttliche Bestimmung herbeigeführt wird."

Forschung umfasst diverse religiöse Gruppen

Die Untersuchung berücksichtigte bewusst Angehörige verschiedener religiöser Gemeinschaften, darunter Katholiken, Protestanten, Evangelikale, Juden, Muslime und Atheisten. Diese breite Basis ermöglichte es den Forschenden, kulturelle und religiöse Unterschiede im apokalyptischen Denken systematisch zu erfassen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass divergierende Weltuntergangsvorstellungen die internationale Zusammenarbeit bei globalen Bedrohungen wie Pandemien oder Klimakrisen erheblich erschweren können.

Billet plädiert dafür, apokalyptisches Denken nicht vorschnell als irrational abzutun: "Unabhängig davon, ob eine bestimmte apokalyptische Erzählung zutrifft oder nicht, hat sie dennoch Auswirkungen darauf, wie Bevölkerungen mit konkreten Risiken umgehen." Diese Erkenntnis sei besonders relevant für politische Entscheidungsträger, die über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg wirksame Strategien gegen existenzielle Bedrohungen entwickeln müssen.

Historisch betrachtet ist das Phänomen in den USA nicht neu: Apokalyptische Sekten erwarten dort seit etwa zwei Jahrhunderten regelmäßig den Weltuntergang. Die aktuelle Studie zeigt jedoch, dass entsprechende Befürchtungen heute kein Randphänomen mehr darstellen, sondern breite Teile der Gesellschaft erfassen.

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