Junge Deutsche ziehen früher aus als viele Europäer
Junge Menschen in Deutschland begeben sich im Durchschnitt mit 24,1 Jahren in die eigene Wohnung und starten damit ihr unabhängiges Leben. Diese aktuellen Zahlen stammen von der europäischen Statistikbehörde Eurostat für das Jahr 2025 und wurden vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) veröffentlicht. Im Vergleich zum EU-weiten Durchschnitt von 26,3 Jahren liegt Deutschland damit deutlich unter dem europäischen Mittelwert.
Nord-Süd-Gefälle in Europa deutlich sichtbar
Die Eurostat-Daten offenbaren ein markantes Nord-Süd-Gefälle auf dem Kontinent. In Nordeuropa ziehen junge Erwachsene besonders früh aus dem Elternhaus aus. Junge Finnen verlassen ihr Zuhause bereits mit durchschnittlich 21,3 Jahren, gefolgt von Dänen mit 21,8 Jahren sowie Litauern und Esten mit jeweils 22,7 Jahren.
Ganz anders sieht die Situation in Südeuropa aus: In Kroatien bleiben junge Menschen bis zu 31,5 Jahren bei ihren Eltern, in Griechenland und der Slowakei bis 30,9 Jahre. Auch in Italien und Spanien liegt das Durchschnittsalter für den Auszug bei jeweils 30,2 Jahren und damit deutlich höher als in Deutschland.
Geschlechterunterschied und leichter Anstieg in Deutschland
Innerhalb Deutschlands zeigen sich ebenfalls interessante Entwicklungen. Gegenüber dem Vorjahr 2024 ist das Auszugsalter minimal von 23,9 auf 24,1 Jahre gestiegen. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Junge Männer ziehen durchschnittlich erst mit 24,8 Jahren aus, während junge Frauen bereits mit 23,3 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.
Dieses Geschlechtergefälle ist laut den Statistikexperten nicht nur ein deutsches Phänomen, sondern lässt sich auch im EU-weiten Vergleich beobachten. Die Daten unterstreichen damit unterschiedliche Lebensentwürfe und gesellschaftliche Erwartungen an junge Erwachsene in verschiedenen europäischen Ländern.



