Historischer Mitgliederboom bei Lebensrettern in Berlin und Brandenburg
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) feiert einen bemerkenswerten Erfolg: In den Bundesländern Berlin und Brandenburg wurden so viele Mitglieder wie noch nie in der Geschichte der Organisation registriert. Dieser Rekord ist umso bemerkenswerter, als knapp die Hälfte der neuen Mitglieder 18 Jahre oder jünger ist – ein deutliches Signal, dass sich die Jugend verstärkt für die Lebensrettung engagieren möchte.
Konkrete Zahlen belegen den Aufwärtstrend
In Brandenburg konnte die DLRG im vergangenen Jahr ein beeindruckendes Plus von über fünf Prozent verzeichnen. Aktuell engagieren sich dort rund 5.000 ehrenamtliche Helfer für die Wasserrettung. Zum Vergleich: Vor einem Jahrzehnt waren es lediglich 3.300 Mitglieder. In der Hauptstadt Berlin stieg die Mitgliederzahl um mehr als vier Prozent auf knapp 14.000 Retter – ebenfalls ein historischer Höchststand gegenüber den etwa 11.000 Mitgliedern vor zehn Jahren.
Bundesweiter Boom trotz struktureller Herausforderungen
Der positive Trend beschränkt sich nicht nur auf die Region Berlin-Brandenburg. Bundesweit zählte die DLRG Ende Dezember 2025 über 642.000 Mitglieder, was einem Zuwachs von fast 15.000 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. DLRG-Präsidentin Ute Vogt betont: „Mit Ausnahme der Zeit während der Corona-Pandemie hält dieser positive Trend bereits seit Jahren an.“ Diese Entwicklung ist besonders erfreulich angesichts der alarmierenden Zustände in vielen Kommunen.
Infrastrukturprobleme bedrohen die Ausbildung
Trotz des Mitgliederbooms sieht sich die DLRG mit erheblichen strukturellen Problemen konfrontiert. In zahlreichen Gemeinden sind die Bedingungen für Schwimmausbildung und Rettungstraining miserabel. Viele Schwimmbäder sind überlastet, verfügbare Wasserzeiten sind Mangelware, und regional gibt es nicht ausreichend Badeeinrichtungen. Präsidentin Vogt warnt eindringlich: „Die marode Bäderlandschaft hängt wie ein Damoklesschwert über der Schwimmausbildung – und auch der Rettungsschwimmausbildung.“
Die Organisation bietet in Kursen und Fortbildungen umfassende Schulungen für Lebensretter an, um Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Doch diese wichtigen Ausbildungsmaßnahmen sind durch die prekäre Infrastruktur massiv gefährdet. Die DLRG fordert daher dringend Investitionen in die Schwimmbadinfrastruktur, um den positiven Mitgliedertrend nicht durch mangelnde Trainingsmöglichkeiten zu gefährden.



