Anklamer Feuerwehr schlägt Alarm: Personalmangel gefährdet Sicherheit der Stadt
Feuerwehr Anklam: Personalmangel gefährdet Sicherheit

Anklamer Feuerwehr schlägt Alarm: Personalmangel gefährdet Sicherheit der Stadt

Die Freiwillige Feuerwehr Anklam steht vor einer existenziellen Krise. Bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend wurde erneut die dramatische Personalsituation thematisiert, die trotz aller Hilferufe und Werbekampagnen unverändert angespannt bleibt. Wehrführer Heiko Laß machte in seinem Bericht deutlich, dass die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Anklam akut gefährdet ist.

Stadtvertreter bleiben Hilferufen fern

Besonders enttäuschend war für die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden die geringe Resonanz seitens der Stadtpolitik. Von den eingeladenen Stadtvertretern erschien lediglich Bürgervorsteher Andreas Brüsch zur Versammlung. Nur ein weiterer Vertreter hatte es für notwendig befunden, seine Absage zu übermitteln. Diese mangelnde Präsenz steht in krassem Gegensatz zur Bedeutung, die die Feuerwehr für die Stadt hat.

Der im vergangenen Jahr an Bürgermeister und Stadtvertreter gerichtete Brandbrief wurde laut Wehrführer Laß nicht aus Übertreibung oder Frust verfasst, sondern aus echter Sorge um die Zukunft der Feuerwehr und die Sicherheit der Anklamer Bevölkerung. Die Feuerwehr ist kein Freizeitvergnügen, sondern eine unverzichtbare Institution, die rund um die Uhr einsatzbereit ist – unabhängig von Tageszeit, Wetter oder Wochenende.

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Einsatzzahlen belegen Bedeutung der Wehr

Allein die Einsatzstatistik des vergangenen Jahres unterstreicht die essentielle Rolle der Anklamer Feuerwehr. Insgesamt wurden die Einsatzkräfte zu 157 Einsätzen alarmiert. Davon entfielen 70 auf Brandbekämpfungen, teilweise auch außerhalb des Stadtgebiets, und 87 auf technische Hilfeleistungen. Im Durchschnitt bedeutet dies, dass die Feuerwehrleute etwa drei Mal pro Woche ausrücken mussten.

Neben diesen lebensrettenden Einsätzen übernimmt die Feuerwehr weitere wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Sie bietet Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, ermöglicht Veranstaltungen im Anklamer Theater und leistet damit einen unschätzbaren Beitrag zum Gemeinwesen.

Personallücke von 50 Prozent

Dem hohen Einsatzaufkommen steht eine völlig unzureichende Personaldecke gegenüber. Mit Stand Ende Dezember verfügte die Anklamer Feuerwehr über lediglich 54 aktive Einsatzkräfte. Die Brandschutzbedarfsplanung, die den strategischen Personal- und Ausrüstungsbedarf festlegt, sieht jedoch 108 Einsatzkräfte vor – also genau das Doppelte.

Zwar konnten im vergangenen Jahr neun neue Mitglieder in den aktiven Dienst aufgenommen und drei Mitglieder aus der Jugendfeuerwehr übernommen werden. Dem standen jedoch sechs Austritte aus verschiedenen Gründen gegenüber, sodass die Personalsituation sich insgesamt nicht verbessert hat.

Struktur der Feuerwehr im Überblick

Insgesamt zählt die Anklamer Feuerwehr aktuell 131 Mitglieder, die sich wie folgt aufteilen:

  • 54 aktive Einsatzkräfte
  • 28 Mitglieder in der Kinderfeuerwehr
  • 28 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr
  • 28 Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung
  • 7 aktive Zweitmitglieder
  • Kameraden im vorbeugenden Brandschutz
  • Betreuer der Kinderfeuerwehr
  • Unterstützende Mitglieder in der Verwaltungsabteilung

Mitgliedergewinnung als größte Herausforderung

Wehrführer Heiko Laß betonte in seinem Abschlussbericht, dass die Mitgliedergewinnung eine der größten Herausforderungen der Zukunft bleibt. „Die beste Technik nützt nichts, wenn nicht genug Menschen da sind, die sie auch betreuen können und wollen“, stellte er klar. Ohne ausreichend Besatzung bleiben selbst modernste Ausrüstungen wertlos.

Die Hilferufe der Anklamer Feuerwehr bleiben damit nach wie vor ungehört. Während die Einsatzkräfte weiterhin ihre lebenswichtigen Aufgaben erfüllen, fehlt es an der notwendigen Unterstützung seitens der Stadtpolitik und der Bürgerschaft. Die Frage, wie wichtig die Feuerwehr den Anklamern und ihren gewählten Vertretern wirklich ist, bleibt unbeantwortet.

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