Feuerwehr Waren mit Rekordeinsätzen und deutlicher Kritik
Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Waren begann mit einer bemerkenswerten Feststellung von Wehrleiter Reimond Kamrath: „Ein Stuhl ist noch frei“. Aufgrund von Bauarbeiten in der Mensa Waren-West musste die Versammlung im Gerätehaus in der Goethestraße stattfinden. Kamrath betonte mit Stolz, dass die Warener Wehr weiterhin zu den mitgliederstärksten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gehöre.
Alarmierende Statistik: 251 Einsätze im vergangenen Jahr
Die Einsatzbilanz des Jahres 2025 zeigt eine deutliche Steigerung: Insgesamt 251 Alarmierungen verzeichnete die Feuerwehr Waren, darunter zwei Einsatzübungen. Dies bedeutet einen Anstieg von 52 Einsätzen gegenüber dem Vorjahr. „Kein durchschnittliches Jahr – hoffe ich“, kommentierte Kamrath diese Entwicklung trocken.
Seit 1990 führt der Wehrleiter eine detaillierte Statistik, die nun genau 4.800 Einsätze verzeichnet. Der Jahresdurchschnitt liegt bei 137 Einsätzen, womit das vergangene Jahr deutlich über diesem Wert lag. Die häufigsten Alarmierungsgründe waren Brandmeldeanlagen mit 47 Fällen, dicht gefolgt von Wohnungsöffnungen.
Schärfste Kritik an unnötigen Alarmierungen
Besonders deutlich wurde Kamrath bei seiner Kritik an unnötigen Feuerwehreinsätzen: „Es kann nicht sein, dass wir immer dafür herhalten müssen“. Konkret kritisierte er Fälle, in denen die Feuerwehr ohne akute Notlage gerufen wird, etwa bei eingeschlossenen Personen in Aufzügen.
„Jeder Fahrstuhlbetreiber ist verpflichtet, eine Firma zu beauftragen, die im Notfall öffnet. Meistens wird dann doch bei uns angerufen“, erklärte der Wehrleiter. Oft würden Monteure erst nach 90 Minuten eintreffen, obwohl sie vertraglich innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein müssten. Zwar sei die Feuerwehr in echten Notfällen schneller zur Stelle, doch diese unnötigen Belastungen des Ehrenamts seien nicht hinnehmbar.
Jubiläen, Ehrungen und technische Neuerungen
Zu den Höhepunkten des Jahres gehörte das 15-jährige Bestehen der „Löschfüchse“, der Kinderfeuerwehr. Durch den Aufstieg einiger Kinder in die Jugendfeuerwehr sind dort nun wieder Plätze frei. Bei der Geburtstagsfeier wurden nicht nur Geschenke überreicht, sondern auch ein neuer Löschroboter vorgestellt.
Dezernent Michael Löffler kündigte bedeutende technische Neuerungen an: „Voraussichtlich in diesem Jahr wird ein Gerätewagen Logistik mit Spezialbeladung einschließlich eines Roboters ausgeliefert“. Zudem folge ein Hilfeleistungslöschboot, das zu 100 Prozent durch den Katastrophenschutz finanziert werde.
Bewegende Ehrungen und ein spektakulärer Einsatz
Zum Abschluss der Versammlung wurden langjährige Kameraden ausgezeichnet und befördert. Besonders hervorzuheben sind Jörg Kottke, der für 3.000 Einsätze und 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde, sowie Horst Berkenhagen für 50 Jahre Dienst. Auch die jüngsten Mitglieder erhielten Anerkennung: Bela Maximilian Schulz, Benno Härdle, Cedric Schubel und Emy Funk wurden für ihre Leistungen gewürdigt.
Nico Teichert durfte gleich dreimal Glückwünsche entgegennehmen – unter anderem für 1.000 Einsätze und seine 25-jährige Mitgliedschaft. Wie es sich für eine Feuerwehr gehört, gab es sogar während der Sitzung eine Alarmierung: Vier Kameraden rückten zum Famila-Parkplatz aus, um dort ein Baby aus einem verschlossenen Auto zu befreien – ein beeindruckender Beweis für die ständige Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen.



