Feuerwehr-Chef kritisiert unnötige Einsätze: „Wir sind keine Notfall-Handwerker“
Feuerwehr-Chef kritisiert unnötige Einsätze in Waren (03.03.2026)

Feuerwehr Waren: Rekordeinsätze und scharfe Kritik an unnötigen Alarmierungen

Die Freiwillige Feuerwehr Waren blickt auf ein außergewöhnliches Jahr zurück, geprägt von einem deutlichen Anstieg der Einsätze und bewegenden Ehrungen. Während der Jahreshauptversammlung im Gerätehaus in der Goethestraße zog Wehrleiter Reimond Kamrath eine gemischte Bilanz: Stolz auf die Leistung der Kameraden, aber auch mit deutlicher Kritik an der zunehmenden Belastung durch nicht akute Notfälle.

Einsatzstatistik zeigt besorgniserregenden Trend

Insgesamt wurden die Warener Feuerwehrleute im vergangenen Jahr 251 Mal alarmiert, was einen Anstieg von 52 Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Seit 1990 hat die Wehr nun genau 4.800 Einsätze bewältigt, mit einem Durchschnitt von 137 pro Jahr. „Damit lagen wir im Berichtsjahr weit über dem Durchschnitt“, betonte Kamrath. Die meisten Alarmierungen entfielen auf Brandmeldeanlagen (47 Fälle) und Wohnungsöffnungen, doch der Wehrleiter wies darauf hin, dass viele dieser Einsätze ohne echte Notlage erfolgten.

Kritik an Fahrstuhlbetreibern und unnötigen Alarmen

Besonders ärgerlich sind für Kamrath die acht Fälle von eingeschlossenen Personen in Aufzügen. „Jeder Fahrstuhlbetreiber ist verpflichtet, eine Firma zu beauftragen, die im Notfall öffnet. Meistens wird dann doch bei uns angerufen“, erklärte er. Oft würden Monteure erst nach 90 Minuten eintreffen, obwohl sie innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein müssten. „Wenn wirklich jemand in Not ist, sind wir natürlich schneller. Aber es kann nicht sein, dass wir immer dafür herhalten müssen“, so der deutliche Appell des Feuerwehr-Chefs.

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Jubiläen, Ehrungen und technische Neuerungen

Zu den Höhepunkten des Jahres gehörte das 15-jährige Bestehen der „Löschfüchse“, bei dem ein neuer Löschroboter vorgestellt wurde. Dezernent Michael Löffler kündigte zudem an, dass voraussichtlich in diesem Jahr ein Gerätewagen Logistik mit Spezialbeladung und ein Hilfeleistungslöschboot ausgeliefert werden, letzteres vollständig durch den Katastrophenschutz finanziert.

Bei den Ehrungen wurden langjährige Kameraden ausgezeichnet, darunter Jörg Kottke für 3.000 Einsätze und 40 Jahre Mitgliedschaft sowie Horst Berkenhagen für 50 Jahre Dienst. Auch die jüngsten Mitglieder wie Bela Maximilian Schulz und Nico Teichert erhielten Anerkennung für ihre Leistungen.

Dramatischer Einsatz während der Versammlung

Wie es sich für eine Feuerwehr gehört, gab es auch während der Sitzung eine Alarmierung: Vier Kameraden rückten zum Famila-Parkplatz aus, um ein Baby aus einem verschlossenen Auto zu befreien – ein eindrucksvoller Beweis für die ständige Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen.

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