Feuerwehr-Chef kritisiert unnötige Einsätze: „Wir können nicht immer herhalten müssen“
Feuerwehr-Chef kritisiert unnötige Einsätze in Waren

Feuerwehr-Chef wird deutlich: Kritik an unnötigen Alarmierungen

„Ein Stuhl ist noch frei“, stellte Wehrleiter Reimond Kamrath fest, als er die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Waren am Freitagabend im Gerätehaus in der Goethestraße eröffnete. Eine Ausweichmöglichkeit in die Mensa Waren-West war aufgrund von Bauarbeiten in diesem Jahr nicht möglich. Mit Blick auf die Personalstärke betonte Kamrath überzeugt: „Ich denke, dass wir noch immer eine der mitgliederstärksten Wehren im Landkreis sind.“

Einsatzstatistik zeigt deutlichen Anstieg

Anschließend wertete der Wehrleiter das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres aus. Insgesamt wurden die Kameraden 251 Mal alarmiert, darunter zwei Einsatzübungen – das sind 52 Einsätze mehr als im Vorjahr. „Kein durchschnittliches Jahr – hoffe ich“, so Kamrath. Ein Blick in seine seit 1990 geführte Statistik zeigt die Entwicklung: Bis zum 31. Dezember 2025 bewältigte die Wehr genau 4.800 Einsätze, im Schnitt 137 pro Jahr. „Damit lagen wir im Berichtsjahr weit über dem Durchschnitt“, betonte der Feuerwehr-Chef.

Kritik an unnötigen Alarmierungen

Die meisten Alarmierungen entfielen mit 47 Fällen auf Brandmeldeanlagen, gefolgt von Wohnungsöffnungen. Dabei werde die Feuerwehr nicht selten auch ohne akute Notlage gerufen. Ähnlich sei es bei den acht eingeschlossenen Personen in Aufzügen. „Jeder Fahrstuhlbetreiber ist verpflichtet, eine Firma zu beauftragen, die im Notfall öffnet. Meistens wird dann doch bei uns angerufen“, sagte Reimond Kamrath. Häufig stelle sich heraus, dass Monteure erst nach rund 90 Minuten eintreffen würden, obwohl sie innerhalb von 30 Minuten vor Ort sein müssten. „Wenn wirklich jemand in Not ist, sind wir natürlich schneller. Aber es kann nicht sein, dass wir immer dafür herhalten müssen.“

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Jubiläum der Löschfüchse und technische Neuerungen

Zu den Höhepunkten des Jahres zählte das 15-jährige Bestehen der „Löschfüchse“. Da einige Kinder in die Jugendfeuerwehr aufgerückt sind, gibt es dort nun wieder freie Plätze. Bei der Geburtstagsfeier wurden Geschenke überreicht und ein neuer Löschroboter vorgestellt. Auch bei der Technik stehen Neuerungen an. Dezernent Michael Löffler kündigte an: „Voraussichtlich in diesem Jahr wird ein Gerätewagen Logistik mit Spezialbeladung einschließlich eines Roboters ausgeliefert. Ebenso folgt ein Hilfeleistungslöschboot, das zu 100 Prozent durch den Katastrophenschutz finanziert wird.“

Bewegende Ehrungen und eine Rettung während der Sitzung

Zum Abschluss der Versammlung wurden langjährige Kameraden geehrt und befördert. Jörg Kottke erhielt gleich zwei Auszeichnungen – für 3.000 Einsätze sowie für 40 Jahre Mitgliedschaft. Noch länger dabei ist Horst Berkenhagen, der für 50 Jahre Dienst geehrt wurde. Auch bei den Jüngsten gab es strahlende Gesichter, als die Leistungen der Löschfüchse und der Jugendfeuerwehr gewürdigt wurden. Ausgezeichnet wurden Bela Maximilian Schulz, Benno Härdle, Cedric Schubel und Emy Funk. Nico Teichert durfte gleich dreimal Glückwünsche entgegennehmen, unter anderem für 1.000 Einsätze und seine 25-jährige Mitgliedschaft. Wie es sich für eine Feuerwehr gehört, gab es auch während der Sitzung eine Alarmierung: Vier Kameraden rückten zum Famila-Parkplatz aus, um dort ein Baby aus einem verschlossenen Auto zu befreien.

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