Feuerwehr Güstrow 2025: 312 Einsätze, 97 Gerettete und dramatische Großbrände
Feuerwehr Güstrow 2025: 312 Einsätze und 97 Gerettete

Feuerwehr Güstrow zieht beeindruckende Jahresbilanz für 2025

Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Güstrow im Studio Zwei zogen 170 Anwesende, darunter 145 Mitglieder sowie Gäste von benachbarten Wehren, Polizei, Rettungsdiensten und der Stadtverwaltung, eine umfassende Bilanz für das Jahr 2025. Wehrführer Stephan Hagemann präsentierte einen Jahresbericht, der von hoher Belastung, aber auch großer Geschlossenheit zeugt.

312 Einsätze und 97 gerettete Menschen

Die Feuerwehr Güstrow verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 312 Einsätze, bei denen 97 Menschen gerettet wurden – 60 davon verletzt. Leider kam für zehn Personen jede Hilfe zu spät. Im Vergleich zum Vorjahr mit 321 Einsätzen ist die Zahl leicht gesunken, doch die Herausforderungen blieben enorm: 80 Brände, 100 technische Hilfeleistungen und 126 Fehlalarme forderten die Einsatzkräfte.

Die geleisteten Stunden im Einsatzdienst beliefen sich auf 6459 – über 700 mehr als 2024. Inklusive Ausbildung, Lehrgängen und Sonderdiensten entspricht dies 731 Tagen ehrenamtlicher Arbeit, was die immense Einsatzbereitschaft der Freiwilligen unterstreicht.

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Dramatischer Großbrand in der Steinstraße

Zu den prägendsten Momenten des Jahres zählt der Großbrand in der Steinstraße am 24. Mai 2025. Fünf Personen, darunter ein Kleinkind, waren im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses eingeschlossen. Flammen und dichter Rauch erschwerten die Rettung, und zeitweise fiel sogar eine Drehleiter aus. Dennoch konnten alle Eingeschlossenen gerettet werden – ein Einsatz, der die Feuerwehr an ihre Grenzen brachte.

Weitere herausfordernde Einsätze waren der Brand einer Lagerhalle im Strenzer Weg im Mai, der Bootshausbrand am Inselsee im September und der Wohnhausbrand in der Elisabethstraße Ende Oktober. Beim Bootshausbrand erlitten zwei Atemschutzgeräteträger leichte Verletzungen. Insgesamt registrierte die Feuerwehr fünf meldepflichtige Unfälle von Kameraden, vier davon während Einsätzen.

Ehrungen und Wachstum der Wehr

Bei der Versammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt: Dieter Hagemann für 75 Jahre Dienst, Maik Brumberg und Peter Martin für 40 Jahre Einsatz, wobei Letzterer zudem zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Bürgermeister Sascha Zimmermann, selbst ehrenamtlicher Feuerwehrmann, übergab offiziell ein neues Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug mit 2500 Litern Fassungsvermögen an die Wehr.

Die Feuerwehr Güstrow zählt aktuell 145 Mitglieder – so viele wie nie zuvor und elf mehr als 2022. Die Einsatzabteilung umfasst 85 Frauen und Männer mit einer Frauenquote von 22,5 Prozent und einem Durchschnittsalter von 42 Jahren. Die Kräfte sind gut ausgebildet, mit 44 Atemschutzgeräteträgern, 21 CSA-Trägern und zahlreichen Spezialqualifikationen.

Nachwuchsarbeit und technische Investitionen

Stellvertretender Wehrführer Toni Möller betonte die intensive Nachwuchsarbeit: Die Jugendfeuerwehr mit 26 Mitgliedern absolvierte 40 Dienstveranstaltungen, nahm an Wettbewerben teil und qualifizierte sich für den Landesausscheid. Auch erwachsene Quereinsteiger, oft durch Zuzug mit Vorerfahrungen, bereichern die Wehr, wobei soziale Medien eine wichtige Rolle bei der Gewinnung neuer Mitglieder spielen.

Technisch wurde kräftig investiert: Neben dem neuen Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug 20 wurden moderne Atemschutztechnik, Handsprechfunkgeräte und eine Helm-Wärmebildkamera beschafft. Die Fahrzeuge legten 2025 insgesamt 41.325 Kilometer zurück – mehr als in den Vorjahren.

Ein besonderes Aushängeschild bleibt die Musikabteilung mit 22 Musikern, die 17 Auftritte absolvierten, von Jubiläen über Feuerwehrfeste bis zu spontanen Einsätzen kurz vor Weihnachten. Die Stimmung in der Wehr beschreibt Möller als sehr gut und kameradschaftlich, mit großer Unterstützung durch Familien und Partner.

Bürgermeister Zimmermann hob hervor, dass Güstrow die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern ohne Berufsfeuerwehr ist, und dankte allen für ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft zum Schutz der rund 30.000 Einwohner.

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