Feuerwehr-Treffen: Jugend im Fokus des Austauschs zwischen Templin und Połczyn-Zdrój
Die Feuerwehr hat ihre eigene Sprache, doch beim jüngsten Besuch polnischer Kameraden aus Templins Partnerstadt Połczyn-Zdrój wurde deutlich, dass die gemeinsame Arbeit alle Barrieren überwindet. „Was uns verbindet, ist unsere Arbeit“, betonte Grzegorz Sajkowski, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Połczyn-Zdrój. Menschen aus Gefahrensituationen zu retten, Feuer zu bekämpfen oder bei Unfällen zu helfen – das sei auf beiden Seiten der Oder gleich. Mit dabei waren fünf weitere Kameraden. Die Sprachbarriere überbrückte Agnieszka Kaschubowski, eine gebürtige Polin, die seit über 20 Jahren in Templin lebt und als selbstständige Fotografin arbeitet. Wenn sie nicht in der Nähe war, halfen Englisch, Gesten oder Online-Übersetzer – die Feuerwehrleute improvisierten.
Einladung nach Templin bereits im Vorjahr ausgesprochen
Bereits zweimal hatten die Templiner die Gastfreundschaft ihrer polnischen Kollegen genossen, zuletzt im vergangenen Jahr, als sie die ausgemusterte Drehleiter der Stadt Templin in Połczyn-Zdrój in Dienst stellten. Schon damals lud der stellvertretende Wehrführer Stefan Hennig die polnischen Kameraden nach Templin ein. Nun war es so weit: Templins Bürgermeister Christian Hartphiel (SPD) begrüßte die Gäste aus der Partnerstadt persönlich. Auch Vertreter der Verwaltung sowie Dr. Annekathrin Möwius (CDU), Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, nahmen an einem Empfang teil.
Jugendfeuerwehr-Austausch als nächster Schritt
Christian Hartphiel würdigte den engen Kontakt zwischen den Feuerwehren, der die Städtepartnerschaft mit Leben erfülle. Beide Seiten hoffen, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Ein besonderes Anliegen war Izabella Smolinska, die in der Feuerwehr Połczyn-Zdrój für die Jugendarbeit verantwortlich ist. Sie sprach sich für einen Austausch zwischen den Jugendfeuerwehren aus. Bei den Templiner Wehrführern Danny Engel, Stefan Hennig und Heiko Seyffahrth stieß sie damit auf offene Ohren. Ein solcher Austausch könnte die Partnerschaft noch nachhaltiger prägen.
Technikschau am Templiner Gerätehaus
Zum Besuchsprogramm gehörte eine umfangreiche Technikschau am Templiner Gerätehaus. Im Mittelpunkt standen nicht nur Fahrzeuge und Ausrüstungen, sondern auch ein moderner Rettungstransportwagen (RTW) sowie ein Sanitätsgerätewagen des Katastrophenschutzes im Landkreis Uckermark, der bei Massenverletzten zum Einsatz kommt. „Ihr dürft alles anfassen und ausprobieren“, ermutigte Stefan Hennig die Gäste. Diese ließen sich nicht lange bitten. Besonders Jakub Wojciechowski, der in Polen hauptberuflich im Rettungsdienst arbeitet und ehrenamtlich in der Feuerwehr aktiv ist, inspizierte den RTW intensiv und stellte viele Fragen.
Gastgeschenk: Mobiler Lichtmast für die Templiner
Löschzugführer René Müller zog eine positive Bilanz: „Es war ein sehr schöner Austausch mit den polnischen Kameraden. Ihr Interesse war groß. In den Gesprächen wurden viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede deutlich.“ Ein besonderes Dankeschön galt den polnischen Gästen für ein Gastgeschenk: einen mobilen Lichtmast mit Akkubetrieb. Dieser werde bei der Ausleuchtung von Einsatzstellen gute Dienste leisten, so Müller. Sein Stellvertreter Davin Moews schloss sich dem Dank an.
Dankeschön-Party in Gandenitz wiederbelebt
Ein weiterer Höhepunkt war die Dankeschön-Party in Gandenitz, zu der Bürgermeister Christian Hartphiel die Feuerwehrleute der Stadt und der Ortsteile sowie deren Angehörige eingeladen hatte. Auch die polnischen Gäste waren willkommen. Hartphiel und Harald Engler, 1. Stellvertretender Vorsitzender der SVV, betonten, dass der Einsatz der Feuerwehrleute keine Selbstverständlichkeit sei – ihre Familien verzichteten oft auf sie, Arbeitskollegen müssten einspringen. Die Dankeschön-Party, die zu Corona-Zeiten eingeschlafen war, solle nun wieder regelmäßig stattfinden. Der Bürgermeister dankte den Gandenitzern für die Ausrichtung.
Politische Unterstützung für die Feuerwehr
Hartphiel kündigte zudem an, dass die Stadt politische Maßnahmen zur Unterstützung der Feuerwehrarbeit umsetzen wolle. So seien Anpassungen an die Entschädigungssatzung für Feuerwehrleute vorgenommen worden. Er hoffe, dass die Stadtverordneten diese Änderungen beschließen. Nach einem ereignisreichen Tag konnten sich die polnischen Gäste auf Einladung der Stadt in der NaturTherme Templin entspannen – ein gelungener Abschluss eines intensiven Austauschs.



