Modellprojekt 'Hauptamt hilft Ehrenamt' soll Sportvereine in Westmecklenburg entlasten
Der Kreissportbund Ludwigslust-Parchim, die Dachorganisation für rund 220 Sportvereine in der Region zwischen Plau am See und Boizenburg an der Elbe, plant ein innovatives Modellprojekt zur Unterstützung des Ehrenamts. Unter dem Titel 'Hauptamt hilft Ehrenamt' sollen drei ausgewählte Vereine mit mehr als 500 Mitgliedern die Möglichkeit erhalten, eine Person auf Minijobbasis einzustellen. Das Projekt ist für den Zeitraum vom 1. Juni 2026 bis zum 31. Dezember 2027 konzipiert und zielt darauf ab, die fast ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Vereine strukturell zu stärken.
Flexible Einsatzmöglichkeiten für hauptamtliche Kräfte
Die KSB-Vorsitzende Jessica Markmann-Krüger erläutert die Projektidee: 'Dieser Hauptamtliche kann dann die Aufgaben übernehmen, für die sich im Verein niemand findet, egal, ob es die Buchhaltung, die Kursorganisation oder die Wartung der Anlagen ist.' Die ausgewählten Vereine erhalten finanzielle Mittel für die Einrichtung der Stelle und müssen selbst entscheiden, wie diese Position inhaltlich ausgestaltet wird. Dies ermöglicht eine maßgeschneiderte Unterstützung, die genau dort ansetzt, wo der größte Bedarf besteht.
Insbesondere Kinder und Jugendliche sind Mitglieder in den Sportvereinen der Region, und Training sowie Betreuung werden meist ehrenamtlich geleistet. Das Modellprojekt soll hier Abhilfe schaffen, indem es administrative und organisatorische Lasten von den Engagierten nimmt.
Strukturierte Auswahl und Evaluierung
Da es sich zunächst um ein Modellprojekt handelt, haben sich die Organisatoren darauf verständigt, drei strukturell ähnliche Vereine mit vergleichbaren Mitgliederzahlen auszuwählen. 'Wir wollen erst einmal herausfinden, ob so eine hauptamtliche Stelle den Vereinen wirklich hilft und wie sich das in der praktischen Umsetzung bewährt', so Markmann-Krüger. Basierend auf den in dieser Phase gewonnenen Erkenntnissen will der KSB dann mit dem Kreistag über eine mögliche Verstetigung und dauerhafte Finanzierung diskutieren.
Die KSB-Vorsitzende betont jedoch die Notwendigkeit einer sorgfältigen Evaluierung: 'Wir müssen uns das wirklich genau anschauen, denn es ist nichts gewonnen, wenn niemand entlastet wird und die Ehrenamtlichen womöglich noch mehr Arbeit haben.' Dennoch sieht sie in dem Projekt eine vielversprechende Möglichkeit, Sportvereine dort zu entlasten, wo es sinnvoll ist.
Finanzierung und Bewerbungsprozess
Das Projekt wird zu 75 Prozent vom Kreissportbund finanziert, wobei die Vereine einen Eigenanteil von etwa 167 Euro zur Stellenfinanzierung beitragen. Insgesamt erfüllen neun Vereine in der Region die Bedingung, mehr als 500 Mitglieder zu haben, und können sich um die Teilnahme bewerben.
Am 5. Mai lädt der KSB interessierte und infrage kommende Vereine zu einem Informationsgespräch in der Geschäftsstelle oder online ein. Vereine, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich direkt in der Geschäftsstelle des Kreissportbundes melden. Dieses Modellprojekt könnte somit einen wichtigen Schritt darstellen, um die Nachhaltigkeit und Attraktivität des Ehrenamts im Sportsektor in Westmecklenburg langfristig zu sichern.



