Petra Auer: Eine Schauspielerin zwischen TV-Ruhm und Hospizarbeit
Die Münchner Schauspielerin Petra Auer ist dem Publikum seit Jahren als vielseitige Darstellerin in Erfolgsserien wie "Die Rosenheim-Cops" und "Dahoam is Dahoam" bekannt. Doch hinter der Kamera engagiert sich die Künstlerin seit 18 Jahren in einer ganz besonderen Rolle: als ehrenamtliche Hospizbegleiterin. Mit ihrem neuen Live-Hörspiel "Himmel, nochmal!" verbindet Auer nun ihre beiden Leidenschaften und lädt zu einer außergewöhnlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Tod ein.
Vom TV-Set ans Sterbebett: Eine ungewöhnliche Doppelrolle
Wenn Petra Auer über ihre Hospizarbeit spricht, erntet sie häufig Reaktionen wie "Oje, das ist ja sicher traurig" oder "das könnte ich ja nie". Doch die erfahrene Begleiterin weiß: Im Hospiz gibt es nicht nur Tränen, sondern auch viel Humor und Lebensfreude. Sie erinnert sich an eine prägende Begegnung zu Beginn ihrer Tätigkeit: "Ich kam frisch von der Ausbildung und war einem Senior zugeteilt, der bei mir nach etwas zu essen verlangte", erzählt Auer. Als sie nervös reagierte, sagte der Sterbende zu ihr: "Probieren Sie sich bei mir ruhig aus. Da geht nichts mehr kaputt, ich sterbe jetzt eh." Diese Begegnung endete mit gemeinsamem Lachen und prägte Auers Zugang zur Sterbebegleitung nachhaltig.
"Himmel, nochmal!": Ein Live-Hörspiel als Brücke zwischen Leben und Tod
Am 18. März steht Petra Auer mit ihrem Live-Hörspiel "Himmel, nochmal!" auf der Iberl-Bühne in München. Das Stück erzählt die Geschichte von Hannah, die an der Himmelspforte ankommt, aber den Zugangscode nicht kennt. "Mir ist es wichtig, diesen Schleier zu lüften, dass im Hospiz immer nur geweint wird", betont die Schauspielerin, die mit Kollege Winfried Frey verheiratet ist. Gleichzeitig will sie mit der Produktion, einer Kombination aus Schauspiel und Lesung, auf das Ehrenamt der Hospizbegleitung aufmerksam machen und andere ermutigen, sich ebenfalls für Menschen in ihrer letzten Lebensphase einzusetzen.
Persönliche Motivation und berührende Erfahrungen
Petra Auers Engagement hat tiefe persönliche Wurzeln. Während ihr Vater in einer Klinik starb, wo "vor allem ums Gesundwerden" ging, erlebte sie den Tod ihrer Mutter im Hospiz. Diese prägende Erfahrung führte dazu, dass sie selbst Hospizbegleiterin wurde. Aus ihren Erlebnissen entstanden bereits mehrere erfolgreiche Bücher wie "SterbeMund" und "Lizenz zum Händchen halten". Jedes Sterben ist anders, betont Auer, die auch klarmacht: "Ich will das Thema nicht verlachen, es braucht auch eine Tiefe."
Ein besonderes Angebot für Hospizbegleiter
In Anerkennung ihrer Kollegen hat Petra Auer gemeinsam mit der Intendantin der Iberl-Bühne, Raphaela Maier, eine besondere Aktion ins Leben gerufen: Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter sollen das Live-Hörspiel ermäßigt besuchen können. Damit unterstreicht die Schauspielerin ihre Verbundenheit mit der Hospizgemeinschaft und ihren Respekt vor dieser wichtigen Arbeit.
Ein Leben ohne Versäumnisse
Zur Frage nach der eigenen Angst vor dem Tod antwortet Petra Auer besonnen: "Ich bin in erster Linie Mensch und weiß auch nicht, was auf mich zukommt. Ich versuche einfach, mein Leben im Hier und Jetzt zu leben, und möchte nichts versäumt haben, wenn es so weit ist." Diese Haltung prägt sowohl ihre künstlerische Arbeit als auch ihr ehrenamtliches Engagement und macht sie zu einer besonderen Brückenbauerin zwischen den Welten des Lebens und des Sterbens.



