Rikscha-Projekt in Torgelow startet im Mai: Ehrenamtliche Piloten gesucht
Knapp ein Jahr nach der ersten Vorstellung der Idee wird das Rikscha-Projekt in Torgelow nun endlich Realität. Die offizielle Eröffnung ist für den 9. Mai beim Brückenfest geplant, danach sollen die ersten Ausfahrten für Senioren und gehbehinderte Menschen beginnen. Alexander Stüwert, Stadtvertreter des Bürgerbündnisses mit Kompetenz für Vorpommern und Leiter der neu gegründeten Abteilung „Rikscha“ beim Turn- und Sportverein Pommern, treibt das ehrenamtliche Vorhaben mit großem Engagement voran.
Mobilität für Heimbewohner und eingeschränkte Personen
Die Kernidee des Projekts ist es, körperlich eingeschränkten Menschen in Torgelow und Umgebung Rikschafahrten von 30 bis 90 Minuten anzubieten. Zielgruppen sind insbesondere Bewohner von Seniorenheimen oder Personen, die aufgrund von Mobilitätseinschränkungen nicht mehr selbstständig unterwegs sein können. „Zu unserer neuen Abteilung gehören neben mir auch die zukünftige Koordinatorin Christiane Conrad. Sie wird in den Heimen den Bedarf ermitteln und die Fahrten organisieren“, erläutert Stüwert die geplante Vorgehensweise.
16 Piloten sind bereits an Bord – Weitere werden dringend benötigt
Bereits jetzt haben sich 16 ehrenamtliche Rikscha-Piloten für das Projekt gemeldet. Dieser Pool setzt sich aus einer bunten Mischung zusammen: Rentner, Polizeibeamte, Bundeswehrsoldaten, Selbstständige und ein Lehrer gehören zu den Freiwilligen. „Die Mehrheit unserer Piloten ist berufstätig, deshalb suchen wir weiterhin engagierte Fahrerinnen und Fahrer“, betont Alexander Stüwert. Das Ziel ist es, den Pool auf etwa 30 Personen zu erweitern, um eine zuverlässige Abdeckung gewährleisten zu können.
Kooperationsgespräche mit Einrichtungen laufen bereits
„Sobald die Bedarfe geklärt sind und das Projekt gestartet ist, wollen wir die Heime und Pflegeeinrichtungen regelmäßig bedienen. Derzeit führen wir Kooperationsgespräche mit den Trägern, damit sie von unserem Angebot erfahren und es nutzen können“, informiert der Abteilungsleiter. Die Organisation der Fahrten soll flexibel gestaltet werden: Wenn eine Einrichtung eine Fahrt zu einem bestimmten Termin anfragt, wird im Piloten-Pool ermittelt, wer Zeit hat, und dann kann es direkt losgehen. Perspektivisch ist auch geplant, die Nachbargemeinde Eggesin in das Projekt einzubeziehen, doch zunächst konzentriert man sich auf Torgelow.
Elektro-Rikschas mit 70 Kilometer Reichweite
Bis zum Starttermin am 9. Mai gibt es noch einige organisatorische Hürden zu überwinden. Zunächst müssen die beiden bestellten Rikschas geliefert werden, außerdem wird eine geeignete Unterstellmöglichkeit benötigt. „Wir rechnen damit, dass die Rikschas Mitte März geliefert werden. Sie sind mit einem Elektromotor zur Unterstützung ausgestattet und haben eine Reichweite von etwa 70 Kilometern“, so Stüwert. Diese technische Ausstattung ermöglicht auch längere Ausflüge in die Umgebung von Torgelow.
Von der Idee zur Umsetzung in nur zehn Monaten
Das Projekt geht auf eine Initiative von Wolfgang Schubert, dem Chef des Vereins Ukranenland, zurück. Dieser hatte die Idee im Juli 2025 im Ausschuss für Soziales, Bildung und Kultur vorgeschlagen. Ein entscheidender Impuls für die schnelle Umsetzung war eine Förderung in Höhe von 34.000 Euro von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, die das Projekt kurz vor Weihnachten erhalten hatte. Diese finanzielle Unterstützung hat die Realisierung erheblich beschleunigt und macht das ehrenamtliche Engagement nun möglich.
Das Rikscha-Projekt in Torgelow steht somit exemplarisch für gelungenes bürgerschaftliches Engagement und innovative Lösungen zur Verbesserung der Mobilität älterer und eingeschränkter Menschen. Mit der offiziellen Vorstellung beim Brückenfest im Mai beginnt eine neue Ära der sozialen Teilhabe in der Region.



