Eine Ära der Stadtführung in Perleberg endet nach 36 Jahren
Für Irmela Czubatynski war der Juni 1990 der Beginn einer langen und prägenden Reise. Damals übernahm sie die Rolle als Stadtführerin in Perleberg – eine Aufgabe, in die sie erst hineinwachsen musste, wie sie selbst erklärte. Viel Wissen galt es damals anzueignen, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Doch sie blieb dabei und widmete sich ganze 36 Jahre lang ehrenamtlich dieser Tätigkeit. Nun wurde die engagierte Perlebergerin feierlich verabschiedet.
Feierlicher Abschied mit Anerkennung von Stadt und Bürgermeister
Bei einem Empfang dankten Mitarbeiter des Kulturamtes und Bürgermeister Axel Schmidt der scheidenden Stadtführerin für ihr außergewöhnliches Engagement. Als Zeichen der Wertschätzung überreichten sie Irmela Czubatynski einen Blumenstrauß und einen Salzwedler Baumkuchen. Stadtsprecher Renè Hill teilte diese Details mit und betonte die Bedeutung ihrer langjährigen Tätigkeit für die Rolandstadt.
Drei Jahrzehnte als Wissensvermittlerin der Stadtgeschichte
Perleberg, das bereits im 13. Jahrhundert entstand, bietet eine reiche Historie, die es zu erzählen gilt. Kaum jemand wusste hierüber besser Bescheid als Irmela Czubatynski. Über mehr als drei Jahrzehnte vermittelte sie profundes Wissen über die Geschichte der Stadt, ihre lokale Architektur und das Leben in Perleberg. Unzählige Besuchergruppen folgten gespannt ihren Führungen durch die Altstadtgassen, entlang der Stepenitz oder zu historischen Bauwerken wie der St.-Jacobi-Kirche und dem Rathaus.
Nach der Wende etablierte die Kreisstadt die erste Stadtinformation der Prignitz, was zur Idee führte, auch Stadtführungen anzubieten. Czubatynski meldete sich freiwillig und vertiefte sich intensiv in eine Vielzahl stadthistorischer Themen. Es bedurfte eines umfangreichen Wissensschatzes, um qualitativ hochwertige Rundgänge zu begleiten – so entwickelte sie sich zu einer echten Kennerin der Rolandstadt. Während andere Stadtführer kamen und gingen, blieb sie eine konstante Präsenz.
Von Westberliner Besuchern zu vielfältigen Gästegruppen
Anfangs gab es nur zwei Stadtführerinnen, die jeden Sonntag Führungen anboten. Bereits in den 1990er Jahren war das Interesse groß, wie Czubatynski bei ihrer Verabschiedung berichtete. Damals seien es überwiegend ältere Personen aus Westberlin gewesen, denen Perleberg in Erinnerung blieb, da die Stadt an der Transitstrecke lag. Heute kommen neben ehemaligen Perlebergern auch Reisegruppen und familien, die sich für Geschichte begeistern.
Beliebte Führungen werden fortgesetzt
Wenn es ihre Zeit erlaubt, plant die scheidende Stadtführerin, sich weiterhin am Stadtgeschehen zu beteiligen – etwa durch Engagement im Museum. Unterdessen laufen die Führungen in Perleberg weiter. Aktuell gibt es vier feste Stadtführer und eine neue Anwärterin. Die Rundgänge erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, wie die Stadtinformation bestätigte: „Die Gäste sind immer sehr zufrieden. Die sind immer hocherfreut.“
Anmeldung und individuelle Angebote
Für die offenen Führungen, die monatlich stattfinden, können sich Interessierte in der Perleberger Stadtinformation anmelden. Dies ist auch telefonisch unter der Nummer 03876 / 781 522 möglich. Nach vorheriger Absprache sind zudem individuelle Gruppen- und Themenführungen verfügbar, um den Bedürfnissen verschiedener Besucher gerecht zu werden.



