Eifersucht in Beziehungen: Vom Warnsignal zum Beziehungskiller
Eifersucht: Vom Warnsignal zum Beziehungskiller

Eifersucht in Beziehungen: Vom Warnsignal zum Beziehungskiller

Ein wenig Eifersucht gehört vermutlich zu fast jeder Partnerschaft dazu. Doch was passiert, wenn man sich ständig durch vermeintliche Konkurrenz bedroht fühlt und dies zu dauerhaftem Stress führt? Experten zeigen Wege aus dieser negativen Spirale auf und erklären, wann Eifersucht sogar positive Aspekte haben kann.

Die zwei Gesichter der Eifersucht

Ist Eifersucht automatisch ein Beziehungskiller? Nicht unbedingt. Sie kann tatsächlich zu einem werden, wenn sie außer Kontrolle gerät. Aber sie besitzt auch das Potenzial, die Beziehung zu verbessern und zu festigen. Eifersucht kann als wichtiges Warnsignal für tieferliegende Beziehungsprobleme dienen, erklärt der Berliner Psychotherapeut und Buchautor Wolfgang Krüger.

Ein konkretes Beispiel: Ein Paar besucht gemeinsam eine Party. Dort beginnt der Mann, mit einer fremden Frau zu flirten – was seiner Partnerin natürlich auffällt. Es entstehen Eifersuchtsgefühle. „In einem solchen Fall kann Eifersucht ein Warnsignal sein, dass in der Beziehung etwas nicht in Ordnung ist“, sagt Krüger. Das Paar kann diese Situation zum Anlass nehmen, ein offenes Gespräch zu führen. Vielleicht kann dabei formuliert werden, was aktuell in der Partnerschaft fehlt. Auf diese Weise lässt sich die Beziehung tatsächlich verbessern. „Insofern hat die milde Variante der Eifersucht durchaus eine positive Seite“, betont der Experte.

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Den Ursachen auf den Grund gehen

Im Rahmen eines solchen Gesprächs kann man sich gemeinsam auf die Suche nach den tiefergehenden Gründen für die Eifersuchtsgefühle machen. Diese können vielfältig sein und reichen oft weit in die Vergangenheit zurück. Typische Ursachen sind:

  • Vernachlässigungserfahrungen in der Kindheit
  • Ein gering ausgeprägtes Selbstwertgefühl
  • Eine zu starke emotionale oder existenzielle Abhängigkeit vom Partner oder von der Partnerin
  • Das Fehlen eigener Lebensprojekte und Interessen

Konkrete Strategien gegen Eifersucht

Diese praktischen Tipps können dabei helfen, Eifersuchtsgefühle zu überwinden und konstruktiv mit ihnen umzugehen:

  1. Konkrete Eifersuchtssituationen genau analysieren: Was genau hat die Eifersucht ausgelöst? Welche Gedanken und Gefühle waren beteiligt?
  2. Offen mit dem Partner oder der Partnerin kommunizieren: Statt Vorwürfe zu machen, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse klar artikulieren.
  3. An Selbstwert und Selbstbewusstsein arbeiten: Beispielsweise mit einem Erfolgstagebuch, in dem man abends notiert, was am Tag gut gelungen ist.
  4. Eigene Freundschaften pflegen und ausbauen: Dies fördert die Unabhängigkeit und reduziert das Gefühl der Abhängigkeit.
  5. Eigene Interessen suchen und Lebensprojekte umsetzen: Ein erfülltes eigenes Leben macht weniger anfällig für Eifersuchtsattacken.

Wenn die Eifersucht pathologische Züge annimmt

Die genannten Tipps beziehen sich auf reguläre, alltägliche Formen der Eifersucht. Es gibt jedoch auch wahnhafte oder pathologische Formen. Diese liegen vor, wenn eine Person den anderen kontrolliert, ständig Angst um den Bestand der Partnerschaft hat und nicht mehr in der Lage ist, souverän an einer Verbesserung der Beziehung zu arbeiten.

„Bei wahnhafter Eifersucht kann man auf rein partnerschaftlicher Ebene wenig ausrichten“, sagt Waltraud Berle, Life-Coach für Persönlichkeitsentwicklung in München und Stuttgart. In solchen Fällen sei die Wahrnehmung der Realität durch den betroffenen Partner oder die betroffene Partnerin derart verzerrt, dass dem Problem nur mit einer professionellen psychotherapeutischen Behandlung beizukommen sei. Hier ist externe Hilfe unerlässlich, um die Beziehung zu retten oder, falls nötig, einen gesunden Umgang mit der Trennung zu finden.

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