Kindergeld-Automatisierung: Finanzminister Klingbeil plant Auszahlung ohne Antrag
Die Bundesregierung plant eine grundlegende Vereinfachung des Kindergeldverfahrens. Künftig soll die staatliche Leistung für Familien automatisch und ohne aufwendigen Antragsprozess ausgezahlt werden. Finanzminister Lars Klingbeil hat einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt, der Eltern nach der Geburt eines Kindes von bürokratischen Hürden befreien soll.
Entlastung für junge Familien
„Eltern können nach der Geburt ihres Kindes voll und ganz für ihr Baby da sein, statt sich mit unnötigem Papierkram herumschlagen zu müssen“, betonte der SPD-Chef und Vizekanzler. Die geplante Reform zielt darauf ab, den administrativen Aufwand für Familien deutlich zu reduzieren und die finanzielle Unterstützung schneller und unkomplizierter bereitzustellen.
Stufenweise Einführung ab 2027
Die Automatisierung des Kindergeldverfahrens soll in zwei Schritten erfolgen:
- Ab März 2027 profitieren zunächst Eltern, die bereits mindestens ein älteres Kind haben. Für Neugeborene wird das Kindergeld dann automatisch an die Person überwiesen, die in der Familie bereits Kindergeld bezieht.
- Ab November 2027 soll das vereinfachte Verfahren auch für Eltern gelten, die ihr erstes Kind bekommen. Damit wird die Neuregelung schrittweise auf alle Familien ausgeweitet.
Voraussetzung für die automatische Auszahlung ist, dass der Staat die Kontoverbindung der Eltern bereits kennt. Diese kann beispielsweise über das Steuerportal Elster gemeldet werden.
Hintergrund und Zahlen
Das Kindergeld beträgt aktuell unabhängig vom Einkommen der Eltern 259 Euro pro Monat und Kind. Im vergangenen Jahr hat die Familienkasse rund 55 Milliarden Euro Kindergeld ausgezahlt, wovon 17,57 Millionen Kinder profitierten. Die geplante Automatisierung soll nicht nur Familien entlasten, sondern auch die Effizienz der Verwaltung steigern.
Die Reform von Finanzminister Klingbeil markiert einen wichtigen Schritt in der Modernisierung des deutschen Sozialsystems. Durch die Reduzierung bürokratischer Hürden soll die finanzielle Unterstützung für Familien schneller und zuverlässiger fließen, was insbesondere in der anspruchsvollen Phase nach der Geburt eines Kindes von großer Bedeutung ist.



