Pastorin mit sechs Kindern: Fünf durch private Samenspender – eine ungewöhnliche Familiengeschichte
Pastorin: Fünf von sechs Kindern durch Samenspender

Eine ungewöhnliche Familiengeschichte: Pastorin mit fünf Kindern von Samenspendern

Im schwedischen Karlstad lebt eine Familie, die in vielerlei Hinsicht aus dem Rahmen fällt. Anna Smolman, 43 Jahre alt und Pastorin, ist Mutter von sechs Kindern. Das Besondere daran: Fünf ihrer Kinder haben Samenspender als Väter. In der schwedischen Kirchenzeitschrift „Kyrkans Tidning“ spricht sie jetzt erstmals offen über ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte und ihren Weg zum Glauben.

Vom Teenager-Mutterdasein zur Pastorin

Anna Smolmans Weg war nicht immer vorgezeichnet. Mit nur 16 Jahren wurde sie zum ersten Mal Mutter. Ihre Tochter Cindy kam zur Welt. Der Traum von einer großen Familie schien in greifbarer Nähe. Doch nur drei Jahre später verließ ihr Freund sie. Zurück blieb sie mit ihrer kleinen Tochter – und einem Leben, das ganz anders verlief, als sie es sich vorgestellt hatte.

Jahre der Unsicherheit folgten. Anna hielt sich mit verschiedenen Jobs über Wasser, geriet immer wieder in schwierige Beziehungen. Als ihre Tochter Cindy älter wurde und begann, eigene Wege zu gehen, stand Anna mit 30 Jahren vor einer tiefen Krise. Beruflich fehlten ihr klare Ziele, privat gab es keine Stabilität.

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Die Wende: Glaube und private Samenspende

Die Wende kam mit einem Bibelzitat: „Klopft an, so wird euch geöffnet.“ Anna fand zum Glauben und entdeckte neue Perspektiven für ihr Leben. Parallel zu einem begonnenen Theologiestudium stieß sie auf eine Website, auf der private Samenspender ihre Dienste anboten. Mutig nahm sie Kontakt auf.

Da alleinstehenden Frauen in Schweden bis 2016 der Zugang zu künstlicher Befruchtung in Kliniken verwehrt war, entschied sie sich für eine Heiminsemination. Auf diesem Weg bekam sie ohne Partner fünf weitere Kinder:

  • Alma (13 Jahre)
  • Olga (10 Jahre)
  • Isak (8 Jahre)
  • Linnea (6 Jahre)
  • Nathanael (3 Jahre)

Ihre älteste Tochter Cindy ist inzwischen 26 Jahre alt und selbst Mutter, macht Anna also auch zur Großmutter.

Rechtliche Komplexität und heutiges Leben

Die Familienkonstellation brachte rechtliche Herausforderungen mit sich. Der erste Samenspender wollte nicht als Vater eingetragen werden, beim ältesten Spenderkind steht deshalb „Vater unbekannt“ in den Dokumenten. Bei den übrigen vier Kindern, die alle denselben Vater haben, ist dieser registriert. „Das gab mir ein ganz anderes Sicherheitsgefühl“, erklärt Anna Smolman in einem Interview mit der Zeitung „Aftonbladet“.

Heute ist Anna seit einem Jahr als Pastorin tätig, alleinerziehende Mutter von sechs Kindern und Großmutter. Ihre Familienplanung betrachtet sie als abgeschlossen. Eine Beziehung schließt sie dennoch nicht grundsätzlich aus: „Ich suche keinen Mann, aber ich wehre mich auch nicht dagegen. Allerdings habe ich im Moment so viel zu tun, dass ich kaum Zeit dafür hätte.“

Ihre Geschichte wirft Fragen auf über moderne Familienmodelle, alleinerziehende Elternschaft und den Umgang mit privaten Samenspenden. Als Pastorin in einer traditionell konservativen Institution zeigt Anna Smolman, dass Lebenswege viele unerwartete Wendungen nehmen können – und dass Familie viele Gesichter haben kann.

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