Supermarkt-Stress mit Kindern: Security-Mann bringt Vater mit unerwartetem Satz zur Weißglut
Supermarkt-Stress: Security-Mann bringt Vater mit Satz zur Weißglut

Supermarkt-Stress mit Kindern: Unerwartete Konfrontation wirft größere Fragen auf

Wir alle kennen diese Situation: Ein langer Tag, eine volle Woche, einfach stressig und viel. Auch mir geht es so an manchen Freitagen, wenn ich nach der Kita-Abholung mit meinen beiden müden Kindern den Wochenendeinkauf für die Familie erledige. Unser Ritual zu dritt im Stamm-Discounter in Neubrandenburg ist zwar laut, aber die Kinder lieben es, Eis und Wassermelone auszusuchen – auch wenn ich manche Dinge später wieder aus dem Einkaufswagen fischen muss.

Die Situation eskaliert unerwartet

An diesem Tag verläuft alles wie gewohnt, bis wir kurz vor der Kasse sind. Mein Telefon klingelt mit einem wichtigen Anruf, während meine Kinder mit ihrem Einkaufswagen spielen. Plötzlich verliert mein Sohn die Kontrolle und rammt die Weinflaschen-Palette. Sekunden später kommt ein Mann um die Ecke angesaust – der neu installierte Security des Marktes, den es vorher hier nicht gab.

Er redet auf mich ein, während ich noch telefoniere. Als ich ihm sage „Ich telefoniere“, zeigt sein Gesichtsausdruck deutlich, dass ihm das egal ist. Ich lege auf und der Security-Mann ist in Fahrt: Ich solle auf meine Kinder aufpassen, hätte die Pflicht, sie zu beaufsichtigen, müsse dafür sorgen, dass sie ruhig sind.

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Eine grundsätzliche Diskussion entbrennt

Ich versuche ruhig zu erklären, dass es sich um Kinder handelt, die gerade aus der Kita kommen und einen langen Tag hinter sich haben. Doch er bleibt bei seiner Position. Als ich frage, ob er uns rausschmeißen will, entfernt er sich zwar, aber in mir brodelt es. Meine Tochter weint fast, weil sie nicht rausgeschmissen werden will – spätestens da ärgere ich mich über die ganze Situation.

Nach dem Bezahlen beschließe ich, ihn noch einmal anzusprechen. „Ich weiß ja nicht, ob Sie Kinder haben...“, beginne ich. Er fällt mir sofort ins Wort: Nein, habe er nicht, aber ich müsse trotzdem aufpassen. Er behauptet, die Kinder seien schon zehn Minuten allein und laut gewesen, gibt dann aber selbst zu: „Na gut, vielleicht etwas übertrieben jetzt.“

Der Satz, der das Fass zum Überlaufen bringt

Ich versuche zu erklären, dass man Kinder nicht jede Sekunde im Blick haben kann. „Doch, jede Sekunde müssen Sie sie im Blick haben“, fordert er. Dann kommt der Satz, der mich wirklich schockiert: Wenn er so früher agiert hätte wie meine Kinder, hätte es von seinen Eltern was auf den Allerwertesten gegeben.

„Ernsthaft? Gewalt? Das soll die Lösung sein?“, frage ich entgeistert. Er stellt mich hin, als würde ich übertreiben. Zum Abschluss sage ich ihm ironisch: „Wir sind jede Woche hier. Ganz ehrlich? Ohne Sie war es definitiv stressfreier hier.“

Nachwirkungen und grundsätzliche Überlegungen

Zuhause angekommen, tut es mir schon wieder leid für diesen letzten Satz. Der Mann macht auch nur seinen Job, wenn auch – aus meiner Sicht – nicht gut in diesem Moment. Doch viel wichtiger sind die grundsätzlichen Fragen, die diese Begegnung aufwirft.

Kinder sind laut und es gibt immer noch Menschen, die Kindern eine mitgeben würden, wenn sie nicht parieren? Das ist Wahnsinn. Und wieso greift ein Security ernsthaft drohend ein, wenn Kinder ein bisschen frei drehen und Spaß beim Einkaufen haben? Allein der Paletten-Rempler kann es nicht gewesen sein.

Der Grund liegt wohl tiefer und betrifft nicht nur unsere Stadt oder Region, sondern die Mentalität in Deutschland insgesamt. Immer wieder stelle ich fest, dass es in anderen Ländern deutlich familienfreundlicher zugeht, Kinder in ihrer Art und Natürlichkeit viel mehr angenommen werden und zum Alltag gehören als hier. Diese Beobachtung hat natürlich auch eine Kehrseite, über die ich beim nächsten Mal berichten werde.

Die Erfahrung im Supermarkt hat gezeigt: Kinder sind unsere Zukunft und nein, sie sollten nicht mucksmäuschenstill durch den Supermarkt laufen. Aber wie finden wir den richtigen Weg zwischen kindlicher Lebendigkeit und Rücksichtnahme auf andere?

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