Berlin bereitet sich auf vielfältige Frauentags-Demonstrationen vor
Zum internationalen Frauentag am 8. März werden in der Hauptstadt erneut zahlreiche Demonstrationen und Protestaktionen erwartet. Die Veranstaltungen reichen von gemäßigten gewerkschaftlichen Kundgebungen bis hin zu linksradikalen Protesten, wobei auch Konflikte innerhalb der linken Szene zum Thema Palästina eine Rolle spielen. Der Frauentag fällt dieses Jahr auf einen Sonntag, doch bereits am Samstag beginnen die ersten Aktionen, die sich bis zum Montag mit einem sogenannten "Frauenstreiktag" fortsetzen.
Vielseitiges Programm über drei Tage verteilt
Die erste Demonstration startet bereits am Samstagmittag um 14.30 Uhr auf dem Martha-Ndumbe-Platz in Wedding unter dem Titel "Vorabenddemo zum 8. März" mit 300 angemeldeten Teilnehmerinnen. Am Abend folgt ein "Protestlauf" vom RAW-Gelände in Friedrichshain nach Kreuzberg und zurück, der sich speziell gegen Diskriminierung und Ungleichheiten von FLINTA*-Personen und marginalisierten Gruppen im Sport richtet.
Am Sonntag, dem eigentlichen Frauentag, finden die größten Veranstaltungen statt:
- Um 11.30 Uhr startet die größte Demonstration mit 10.000 angemeldeten Teilnehmerinnen, organisiert von der Gewerkschaft Verdi und weiteren Gruppen unter dem Motto "feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich" vom Oranienplatz zum Roten Rathaus
- Um 12.00 Uhr beginnt der traditionelle "Purple Ride - Feministisch Fahrrad Demo" linker und lesbischer Frauengruppen mit 2.000 Teilnehmerinnen vom Mariannenplatz in Kreuzberg
- Ab 13.00 Uhr demonstrieren linke und linksradikale Gruppen unter dem Titel "Feminism Unlimited" von der Schönhauser Allee zum Rosa-Luxemburg-Platz mit 3.000 angemeldeten Personen
Politische Spannungen und vergangene Ausschreitungen
Besonders bemerkenswert ist die Demonstration "8. März International" um 15.00 Uhr am Kottbusser Tor, zu der auch linksradikale Gruppen aufrufen, die "Freiheit für Palästina" fordern und von einer "Revolutionären 8. März Demo" sprechen. Diese politische Ausrichtung spiegelt die Spaltungen innerhalb der linken Szene wider, die sich insbesondere beim Thema Israel und Palästina zeigen.
Die Polizei ist aufgrund vergangener Vorfälle besonders aufmerksam: Im letzten Jahr kam es bei zwei Demonstrationen in Kreuzberg mit Bezug zum Nahost-Konflikt zu Ausschreitungen, bei denen sieben Polizisten verletzt und 28 Demonstranten festgenommen wurden. Weitere kleinere Kundgebungen mit jeweils 200 Teilnehmerinnen sind am Alexanderplatz, am Gesundbrunnencenter und erneut am Mariannenplatz geplant.
Frauenstreiktag setzt Proteste fort
Für den Montag nach dem Frauentag sind erneut zahlreiche Demonstrationen unter dem Motto "Frauenstreiktag" angemeldet. Die größte findet um 12.00 Uhr am Brandenburger Tor mit 5.000 angemeldeten Teilnehmerinnen unter dem Titel "Globaler Frauen*streik" statt. Die Organisatorinnen betonen, dass sie weltweite Bedrohungen, den Rechtsruck und Angriffe auf Gleichstellungspolitik und Frauenrechte nicht länger hinnehmen wollen und mit dem Slogan "Genug. Enough. Uns reicht es." ihre Entschlossenheit bekunden.
Insgesamt zeigt das breite Spektrum der angekündigten Veranstaltungen, wie vielfältig die feministischen Bewegungen in Berlin sind - von gewerkschaftlich organisierten Massendemonstrationen bis hin zu spezifischen politischen Positionierungen innerhalb der linken Szene. Die Polizei wird mit einem umfangreichen Einsatz präsent sein, um sowohl die Demonstrationsfreiheit zu gewährleisten als auch mögliche Ausschreitungen zu verhindern.



