Brandenburg tanzt gegen Gewalt: One Billion Rising am Valentinstag mit Forderungen
Brandenburg tanzt gegen Gewalt: One Billion Rising am Valentinstag

Brandenburg tanzt gegen Gewalt: One Billion Rising am Valentinstag mit Forderungen

Statt romantischer Klischees mit Herzchen und Blumen standen am Valentinstag in mehreren Städten Brandenburgs tanzende Proteste gegen Gewalt an Frauen im Mittelpunkt. Die weltweite Aktion „One Billion Rising“ fand auch in Potsdam, Cottbus, Rathenow, Angermünde und Königs Wusterhausen statt, um ein Ende der geschlechtsspezifischen Gewalt zu fordern.

Justizminister kündigt schärfere Schutzmaßnahmen an

Brandenburgs Justizminister Benjamin Grimm (SPD) nutzte den Aktionstag, um auf geplante Gesetzesverschärfungen hinzuweisen. In der RBB-Sendung Brandenburg Aktuell erklärte er, dass Familiengerichte in Hochrisikofällen künftig elektronische Fußfesseln für Gewalttäter anordnen können sollen. „Dann soll es diese Fußfessel geben und auch ein Warngerät für das Opfer“, sagte Grimm. Dieses System, das in Spanien bereits erfolgreich eingesetzt werde, ermögliche es Opfern, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Der Bundestag wird Ende Februar über den entsprechenden Gesetzentwurf beraten.

Potsdams Oberbürgermeisterin unterstützt die Bewegung

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) beteiligte sich persönlich an einer Tanzdemo am Brandenburger Tor. In einer bei Instagram veröffentlichten Rede betonte sie: „Eine Milliarde Frauen weltweit sind mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Das müssen wir noch viel stärker ans Licht bringen.“ Unter Bezugnahme auf das diesjährige Motto „Ni una menos“ (nicht eine weniger) fügte sie entschlossen hinzu: „Wir lassen keine Frau zurück, jede Frau zählt.“

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Hintergrund der Bewegung und kritische Reflexion des Valentinstags

Die Initiative „One Billion Rising“ wurde 2012 von der Künstlerin Eve Ensler ins Leben gerufen und demonstriert jährlich am Valentinstag an öffentlichen Plätzen, um gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu protestieren. Die Potsdamer Organisatoren, darunter das Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser, kritisierten in einer Stellungnahme den Valentinstag als Tag, der „mit Herzchen, Blumen und Konsumaufforderungen romantische Paarbeziehungen zelebriert, ihren gesellschaftlichen Wert überhöht und Geschlechterhierarchien zementiert“. Sie wiesen darauf hin, dass die meiste geschlechtsspezifische Gewalt in Paarbeziehungen oder Familien stattfinde.

Besorgniserregende Zahlen zu häuslicher Gewalt in Brandenburg

Die Polizeistatistik für Brandenburg verzeichnete im Jahr 2024 mit 6.790 Fällen den höchsten Stand häuslicher Gewalt seit fünf Jahren. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch deutlich höher liegt. Diese alarmierenden Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit der Forderungen der Protestierenden.

In Oranienburg ist für den Montag nach dem Valentinstag eine weitere Tanzaktion auf dem Schlossplatz geplant, die die Botschaft der Bewegung weiter tragen soll. Die Aktionen in Brandenburg sind Teil eines globalen Aufrufs, Gewalt gegen Frauen nicht länger zu tolerieren und strukturelle Veränderungen einzufordern.

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