Collien Fernandes trotzt Morddrohungen: Mutige Rede bei Demo gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg
Collien Fernandes trotzt Morddrohungen bei Demo in Hamburg

Überraschender Auftritt trotz Morddrohungen: Collien Fernandes spricht auf Hamburger Demo

In einem bewegenden Moment hat Schauspielerin Collien Fernandes (44) am Donnerstagabend auf einer Demonstration in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt gesprochen. Trotz zuvor erhaltenen Morddrohungen trat die Künstlerin vor Tausenden von Teilnehmern auf dem Rathausmarkt auf und hielt eine kurze, emotionale Rede. Sie forderte Täter auf, ihre Taten offenzulegen, und sprach den Opfern Mut zu.

Fernandes tritt mit kugelsicherer Weste auf

"Ich stehe hier mit kugelsicherer Weste und Personenschutz", sagte Fernandes zu Beginn ihrer Ansprache. Die Schauspielerin betonte, wie schwierig es in ihrer Situation sei, öffentlich aufzutreten und Stärke zu zeigen. "Ich glaube, dass oft unterschätzt wird, was so was mit einem macht. Was es auf der emotionalen Ebene bedeutet", fügte sie hinzu und verwies auf die psychischen Belastungen für Betroffene.

Appell an Täter und Opfer

Fernandes richtete klare Worte sowohl an Täter als auch an Opfer. Sie fragte sich laut: "Warum haben nicht die Täter die Eier zuzugeben, dass sie ihre Frauen digital missbraucht oder gegen eine Wand geschlagen haben?" An die anwesenden Frauen appellierte sie: "Habt den Mut, habt die Kraft rauszugehen und allen zu erzählen, was passiert ist!" Ihr Ziel sei es, das Schweigen zu beenden und Licht in ein großes Dunkelfeld zu bringen.

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Luisa Neubauer unterstützt die Aktion

Die Demonstration wurde auch von Klimaaktivistin Luisa Neubauer (29) unterstützt, die ebenfalls von Morddrohungen berichtete. Sie schilderte, wie ihr erst in dieser Woche ein Mann im Netz mit einem Kopfschuss gedroht habe, sollte er sie auf einer Demo sehen. Neubauer kritisierte in ihrer Rede Kanzler Friedrich Merz scharf: "Was zur Hölle muss denn noch passieren, damit unser Kanzler ein einziges Mal sagt, ich sehe euch, ich höre euch, ich werde mich hinter euch stellen."

Demonstranten fordern Gesetzesänderungen

Unter den Teilnehmern befand sich auch Nina Metzendorff (27), die mit einer Begleiterin zur Demo gekommen war. Sie sagte: "Wir sind müde vom heutigen Umgang mit Frauen. Aber nicht zu müde, um hier zu sein. Gesetze müssen sich ändern, wir müssen endlich geschützt werden." Metzendorff verwies auf zahlreiche Fälle in ihrem Umfeld, in denen Nacktfotos verbreitet wurden, ohne dass die Täter Konsequenzen fürchten mussten.

Hintergrund und Teilnehmerzahlen

Anlass der Demonstration sind schwere Vorwürfe der Künstlerin gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, die eine aktuelle Diskussion über digitale Gewalt ausgelöst haben. Nach Polizeiangaben waren 7.500 Teilnehmer angemeldet, ersten Schätzungen zufolge kamen jedoch mehr als 10.000 Menschen zusammen. Die Veranstaltung unterstrich die Dringlichkeit besserer Schutzmaßnahmen für Opfer sexualisierter Gewalt.

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