Equal Pay Day 2026: 16% Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern
Das diesjährige Motto des Equal Pay Days lautet: „equal pay every day“ – gleiche Bezahlung jeden Tag. Der Aktionstag am 27. Februar 2026 rückt erneut die geschlechtsspezifische Lohnlücke in den Fokus und markiert symbolisch den Zeitraum, den Frauen rechnerisch länger arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Jahreseinkommen ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Statistiken belegen seit Jahren, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer, und der Equal Pay Day macht diese Ungleichheit sichtbar.
Was ist der Equal Pay Day?
Der Equal Pay Day ist ein internationaler Aktionstag, der auf die geschlechtsspezifische Lohnlücke aufmerksam macht. Er symbolisiert den Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem Frauen rechnerisch länger arbeiten müssten, um das durchschnittliche Jahreseinkommen von Männern zu erreichen. Die Geschichte des Equal Pay Day in Deutschland begann 1988 mit der „Red Purse Campaign“ vom Netzwerk „Business and Professional Women“ (BPW), bei der die rote Tasche die roten Zahlen in der Geldbörse der Frauen symbolisieren sollte. Nach fast zwei Jahrzehnten wurde die Idee durch Ishinay Kemmler nach Deutschland gebracht, und Bettina Schleicher startete 2007 die Initiative „Rote Tasche“, die den Grundstein für den 2008 beginnenden Equal Pay Day legte.
Ursachen für die Lohnungleichheit
Warum die Löhne zwischen Männern und Frauen so variieren, hängt von unterschiedlichen strukturellen Faktoren ab. Einige der zentralen Ursachen im Überblick:
- Horizontale Segregation: Berufe und Branchen werden von Frauen und Männern immer noch stereotypisch gewählt. Frauen wählen eher personenbezogene und soziale Dienstleistungsbereiche mit geringen Verdienst-, Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten, während Männer Berufe mit höheren Verdienst- und Karrieremöglichkeiten bevorzugen.
- Vertikale Segregation: Die Anzahl der Frauen in Leitungs- und Entscheidungspositionen ist deutlich geringer als die der Männer, was zu Einkommensunterschieden beiträgt.
- Familienbedingte Unterbrechungen: Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt öfter und länger als Männer, etwa durch Pflege von Angehörigen oder Elternzeit. Bei der Wiederaufnahme ihres Berufs werden sie bis ins Rentenalter mit Lohn- und Einkommenseinbußen konfrontiert.
- Geschlechterstereotype beeinflussen Arbeitsbewertung: Berufe, die als „frauentypisch“ gelten, werden in der Gesellschaft schlechter bewertet, und die Bezahlung ist trotz ihrer Anforderungen oft geringer.
- Fehlende Gehaltstransparenz: Nur durch einen transparenten Umgang mit dem Entgelt von Frauen und Männern können Unterschiede aufgedeckt und angegangen werden.
Warum fällt der Equal Pay Day 2026 auf den 27. Februar?
Dass der Equal Pay Day auf den 27. Februar fällt, ist keine willkürliche Entscheidung, sondern eine rechnerische Folge der aktuellen Lohnlücke. Maßgeblich ist der unbereinigte Gender Pay Gap, also die durchschnittliche Differenz im Bruttostundenlohn von Frauen und Männern. Verändert sich die Lohnlücke, verschiebt sich entsprechend auch das Datum des Aktionstags.
Im Jahr 2025 verdienten Frauen in Deutschland im Durchschnitt pro Stunde 16 % weniger als Männer. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes lag ihr Bruttostundenlohn bei 22,81 Euro – 4,24 Euro weniger als der Durchschnitt von 27,05 Euro bei Männern. Damit blieb der unbereinigte Gender Pay Gap im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Das heißt umgerechnet, dass Frauen im Jahr quasi 58 Tage unentgeltlich arbeiten. Deswegen findet der Equal Pay Day dieses Jahr am 27. Februar, dem 58. Tag des Jahres, statt.
Regional bestehen in Deutschland jedoch weiterhin deutliche Unterschiede: In Ostdeutschland betrug die Lücke 5 %, in Westdeutschland hingegen 17 %. Diese Diskrepanzen unterstreichen die Notwendigkeit, die strukturellen Ursachen der Lohnungleichheit auf nationaler und regionaler Ebene zu adressieren.
Der Equal Pay Day dient als wichtiger Anlass, um über Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und zur Schließung der Lohnlücke zu diskutieren. Mit dem Motto „equal pay every day“ wird betont, dass gleiche Bezahlung nicht nur an einem Tag im Jahr, sondern täglich Realität sein sollte.



