Equal Pay Day 2026: Lohnlücke zwischen Frauen und Männern stagniert erstmals
Equal Pay Day: Lohnlücke stagniert erstmals

Equal Pay Day 2026: Lohnlücke zwischen Frauen und Männern stagniert erstmals

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr nicht weiter geschlossen. Entgegen dem Trend früherer Jahre blieb die unbereinigte Verdienstlücke 2025 unverändert bei 16 Prozent. Frauen erhielten im Durchschnitt pro Arbeitsstunde 16 Prozent weniger Entgelt als ihre männlichen Kollegen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Stagnation nach Jahren der Verbesserung

Noch im Jahr 2024 hatte sich die Lücke um 2 Prozentpunkte verringert. Seit 2006, als der Verdienstunterschied noch 23 Prozent betrug, war stets eine schrittweise Annäherung zu beobachten. Die aktuelle Stagnation markiert daher eine deutliche Zäsur in der Entwicklung der Lohngerechtigkeit.

Regionale Unterschiede bleiben bestehen: Weiterhin ist der Unterschied im Osten Deutschlands mit 5 Prozent deutlich kleiner als im Westen der Republik, wo eine Lücke von 17 Prozent klafft. Diese regionale Diskrepanz besteht seit Jahren nahezu unverändert.

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Bereinigter Gender Pay Gap unverändert bei 6 Prozent

Männer verdienten im Jahr 2025 durchschnittlich 27,05 Euro in der Stunde und damit 4,24 Euro mehr als die Frauen. Knapp zwei Drittel der Lohnlücke erklärt das Statistikamt mit strukturellen Faktoren wie höheren Teilzeitquoten bei Frauen und geringeren Gehältern in frauentypischen Berufen.

Dennoch bleibt eine bereinigte Lücke von 1,71 Euro oder rund 6 Prozent des Brutto-Stundenlohns ohne eindeutige Erklärung. Dieser Wert hat sich 2025 ebenfalls nicht verändert. Das bedeutet: Auch bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie verdienen Frauen 6 Prozent weniger als Männer.

Mögliche Ursachen und Obergrenze der Diskriminierung

Die Behörde vermutet, dass Erwerbsunterbrechungen etwa bei Schwangerschaften, zur Kindererziehung oder zur Pflege von Angehörigen eine Rolle spielen, die jedoch nicht näher erfasst sind. Man geht davon aus, dass sich damit weitere Anteile des Lohnunterschieds erklären lassen.

Die 6 Prozent stellen insofern eine Obergrenze für eine mögliche Verdienstdiskriminierung durch die Arbeitgeber dar. Dieser bereinigte Wert gibt Aufschluss über den Teil der Lohnlücke, der nicht durch objektive Faktoren erklärbar ist.

Drei Faktoren der erweiterten Verdienstungleichheit

Das Statistikamt stellt zum Equal Pay Day am 27. Februar weitere Zahlen zur Verfügung, die ein umfassenderes Bild zeichnen:

  • Gender Hours Gap: Frauen brachten wie in den vergangenen Jahren rund 18 Prozent weniger Zeit für Erwerbsarbeit auf als Männer. Ihre durchschnittliche Wochenarbeitszeit betrug 28 Stunden im Vergleich zu 34 Stunden bei Männern.
  • Gender Employment Gap: Mit 74 Prozent aller Frauen beteiligten sich anteilig weniger am Erwerbsleben. Bei den Männern gingen 81 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach.
  • Gender Gap Arbeitsmarkt: Nimmt man alle drei Faktoren zusammen, ergibt sich eine erweiterte Verdienstungleichheit von 37 Prozent gesamtdeutsch.

Diese erweiterte Ungleichheit fällt in den östlichen Bundesländern mit 22 Prozent deutlich geringer aus als im Westen mit 39 Prozent. Wesentlicher Grund ist, dass im Osten anteilig mehr Frauen Vollzeit arbeiten.

Ausblick und Bedeutung der Zahlen

Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Bemühungen um Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern an einem kritischen Punkt angelangt sind. Nach Jahren langsamer Fortschritte ist erstmals eine Stagnation eingetreten, die politischen Handlungsbedarf signalisiert.

Besonders die regionalen Unterschiede zwischen Ost und West sowie die anhaltende Diskrepanz bei Arbeitszeiten und Erwerbsbeteiligung verdeutlichen, dass strukturelle Veränderungen notwendig sind, um nachhaltige Fortschritte zu erzielen.

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