Bitkom-Studie enthüllt: Führungskräfte halten Männer für IT-begabter als Frauen
Führungskräfte: Männer besser in IT als Frauen

Bitkom-Umfrage: Führungskräfte sehen Männer als IT-begabter an

Wie steht es um die Gleichberechtigung in der IT-Branche? Laut einer repräsentativen Studie des Branchenverbands Bitkom, für die Führungskräfte und Personalchefs in über 600 Unternehmen befragt wurden, hält fast jedes zweite Unternehmen Männer für besser geeignet für Tech-Berufe als Frauen. Insgesamt stimmen 43 Prozent der Befragten dieser Aussage „voll und ganz“ oder „eher“ zu, wobei 44 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen zustimmen.

Stereotype Rollenbilder und mangelnde Frauenförderung

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst kommentierte die Ergebnisse kritisch: „Stereotype Rollenbilder sind noch in zu vielen Unternehmen verankert.“ Die Zahlen belegen, dass Frauen in der Techbranche deutlich in der Unterzahl sind. In keiner einzigen IT- oder Digitalabteilung arbeiten derzeit mehr Frauen als Männer, und nur neun Prozent berichten von einem annähernd ausgeglichenen Geschlechterverhältnis.

Die Unternehmen zeigen sich selbstkritisch: Zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten sehen Deutschland beim Thema Gleichstellung in IT-Berufen als weltweiten Nachzügler. 17 Prozent glauben sogar, die deutsche Wirtschaft habe den Anschluss an die internationale Konkurrenz komplett verpasst.

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Bewusstsein für Probleme, aber mangelnde Maßnahmen

Die Entscheider sind sich der Herausforderungen bewusst. 78 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Wirtschaft ohne Frauen ihre Zukunft verspielt, und 65 Prozent sagen, der Fachkräftemangel in der IT werde sich ohne Frauen nicht lösen lassen. Die Vorteile gemischter Teams sind unumstritten: Neun von zehn Unternehmensvertretern loben das bessere Betriebsklima, acht von zehn halten solche Teams für produktiver und kreativer.

Dennoch werden Frauen laut der Umfrage vor allem ausgebremst, wenn sie nach Eltern- oder Betreuungszeit zurückkehren wollen. 50 Prozent der Befragten nennen dies als Grund für den niedrigen Frauenanteil. Etwa die Hälfte (48 Prozent) hält Personalentscheider für nicht sensibel genug, und 39 Prozent klagen über eine „gläserne Decke“, die Frauen trotz gleicher Qualifikation benachteiligt.

Fehlende Strukturen und Widerstände

Nur in 37 Prozent der Unternehmen gibt es Beauftragte für Frauen oder Gleichstellung. In nahezu gleich vielen Betrieben (35 Prozent) wird Frauenförderung von Teilen der männlichen Belegschaft als ungerecht empfunden. Generell halten 28 Prozent der Unternehmen Frauenförderung für nicht mehr notwendig, was auf erhebliche Defizite in der Umsetzung von Gleichstellungsmaßnahmen hinweist.

Diese Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, stereotype Denkmuster in der IT-Branche zu überwinden und gezielte Förderprogramme für Frauen zu etablieren, um langfristig Chancengleichheit und wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.

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