Frauentag in der DDR: Ein Staatsfeiertag mit Clara-Zetkin-Medaille und Honecker
Frauentag in der DDR: Staatsfeiertag mit Clara-Zetkin-Medaille

Frauentag in der DDR: Ein Staatsfeiertag mit Clara-Zetkin-Medaille und Honecker

Der Internationale Frauentag am 8. März wird weltweit begangen, doch in der DDR erreichte er eine besondere Dimension. Während er heute in Deutschland nur in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ein gesetzlicher Feiertag ist, wurde er im Osten Deutschlands als hoher Staatsfeiertag geradezu zelebriert. Die Vorbereitungen in Betrieben begannen oft monatelang im Voraus, und der Tag stand ganz im Zeichen der Würdigung von Frauen als Leistungsträgerinnen der sozialistischen Gesellschaft.

Historische Wurzeln und politische Inszenierung

Entstanden als Initiative sozialistischer Organisationen vor dem Ersten Weltkrieg, wurde der Frauentag 1921 in Moskau auf Vorschlag der bulgarischen Delegation offiziell auf den 8. März festgelegt. In der DDR nutzte die Staatsführung diesen Tag, um die Gleichberechtigung zu feiern – wenn auch oft mit viel politischem Tamtam. Aktivisten der sozialistischen Arbeit wurden ausgezeichnet, und die Medien widmeten den Frauen ausführliche Dankesworte.

Festakte und Ehrungen im Zeichen des Sozialismus

Ein Höhepunkt war der festliche Empfang des Zentralkomitees der SED in Berlin, wie etwa am 8. März 1975. Fast 500 Teilnehmerinnen, darunter Arbeiterinnen, Genossenschaftsbäuerinnen und Frauen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, nahmen die Glückwünsche von Erich Honecker entgegen. In seinem Toast betonte er den Beitrag der Frauen zur Stärkung des Sozialismus und zur Übererfüllung des Fünfjahrplans.

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Zu den Gästen gehörten auch die mit der Clara-Zetkin-Medaille geehrten Frauen und Kollektive. Diese hohe staatliche Auszeichnung wurde an 154 Frauen und zehn Kollektive verliehen, in Anerkennung ihrer Verdienste um die Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft und die Förderung des Friedens. Horst Sindermann, Vorsitzender des Ministerrates, überreichte die Medaillen bei einer Festveranstaltung.

Medienecho und bleibende Bedeutung

In Zeitungen wie der Freiheit, dem Vorgänger der Mitteldeutschen Zeitung, wurde der Frauentag breit gewürdigt. Artikel hoben den hohen Beitrag der Frauen zur Stärkung der DDR hervor und dokumentierten die politische Inszenierung. Heute, wo der Frauentag in den meisten Bundesländern ein gewöhnlicher Arbeitstag ist, erinnert die DDR-Vergangenheit an seine historische Rolle im Kampf um Gleichberechtigung – trotz aller staatlichen Vereinnahmung.

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