Deutsche GmbH-Chefetagen: Männerdominanz bleibt mit Michael, Thomas und Andreas ungebrochen
GmbH-Chefetagen: Männerdominanz mit Michael, Thomas und Andreas

Männerdominanz in deutschen GmbH-Chefetagen bleibt unverändert

Die Führungsebenen deutscher Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHs) sind nach wie vor eine klare Männerdomäne. Eine aktuelle Vornamensanalyse des Schweizer Beratungsunternehmens Peter Beglinger Training AG offenbart eindrücklich, wie homogen die Besetzung der Geschäftsführungspositionen in Deutschland weiterhin ist. Von den mehr als 1,25 Millionen eingetragenen Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern im deutschen Handelsregister entfallen nur etwa zwölf Prozent auf Frauen.

Traditionelle Männernamen dominieren das Ranking

Die Auswertung von 843.813 GmbHs zeigt ein klares Bild: An der Spitze der häufigsten Vornamen finden sich durchweg traditionelle deutsche Männernamen. Michael führt mit 35.908 Nennungen die Liste an, dicht gefolgt von Thomas mit 35.347 und Andreas mit 27.309 Einträgen. Erst auf Rang 64 erscheint mit Sabine der erste Frauenname im Ranking, der lediglich 3.884 Mal verzeichnet ist.

Weitere häufig vertretene weibliche Vornamen sind Petra (3.757), Claudia (3.727), Andrea (3.721), Susanne (3.453) und Katja (3.433). Insgesamt sind von den 1.250.810 ausgewerteten Namen nur 149.542 weiblich, was einem Anteil von rund zwölf Prozent entspricht. 906.841 Personen (72,5 Prozent) tragen typisch männliche Vornamen, während sich 15,5 Prozent der Einträge nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen lassen.

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Datenbasis und methodischer Ansatz

Für die Untersuchung wurde die öffentlich zugängliche Datenbank offeneregister.de ausgewertet, ein von der Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. initiiertes Projekt. Die Daten basieren auf offiziellen Eintragungen aus dem deutschen Handelsregister, insbesondere aus den Portalen Handelsregisterbekanntmachungen.de und Handelsregister.de. Die GmbH stellt im deutschen Mittelstand die häufigste Geschäftsform dar und ist in Branchen wie unternehmensnahen Dienstleistungen, Handel, Handwerk und Bau, Gesundheit und Pflege stark vertreten.

Expertenmeinung zur homogenen Führungsstruktur

Oliver Mattmann, CEO der Peter Beglinger Training AG, kommentiert die Ergebnisse: "Die Zahlen zeigen sehr deutlich, wie homogen die Führungsebenen vieler Unternehmen noch immer besetzt sind. Wer langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, sollte Führung systematisch breiter entwickeln: durch transparente Auswahlprozesse, gezielte Förderung und eine konsequente Weiterentwicklung von Führungskompetenzen über alle Hierarchieebenen hinweg." Interessanterweise findet sich sein eigener Vorname, Oliver, ebenfalls in den Top 20 der häufigsten Chefvornamen – auf Platz 19. Sein Unternehmen verfügt übrigens über keine Geschäftsführerin.

Betrachtet man ausschließlich die eindeutig geschlechtlich zuordenbaren Fälle, ergibt sich ein Frauenanteil von lediglich 14,2 Prozent gegenüber 85,8 Prozent Männern. Diese Betriebe haben oft nur wenige bis einige Dutzend Mitarbeiter und sind eher regional verankert, was die strukturelle Verankerung der Männerdominanz zusätzlich unterstreicht.

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