Niedersachsen: Verbände fordern Internationalen Frauentag als neuen Feiertag
Niedersachsen: Frauentag als Feiertag gefordert

Niedersachsen: Verbände fordern Internationalen Frauentag als neuen Feiertag

In Niedersachsen erheben Gewerkschaften und Frauenverbände erneut die Forderung, den Internationalen Frauentag am 8. März zu einem gesetzlichen Feiertag zu erklären. Diese Initiative zielt darauf ab, die strukturellen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und Raum für notwendige Debatten zu schaffen.

Berlin und Mecklenburg-Vorpommern als Vorbilder

Bislang ist der Internationale Frauentag nur in zwei Bundesländern ein offizieller Feiertag: in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern. Die Verbände in Niedersachsen, darunter die Gewerkschaft Verdi und der Landesfrauenrat, argumentieren, dass ihr Bundesland diesem Beispiel folgen sollte. Sie betonen, dass ein zusätzlicher arbeitsfreier Tag mehr als nur symbolische Politik sei.

Gründe für die Forderung

Die Befürworter führen mehrere Argumente für die Einführung des Feiertags an:

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram
  • Fehlende Repräsentanz: Frauen sind in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert.
  • Ungleiche Bezahlung: Im Berufsleben erhalten Frauen oft weniger Gehalt als Männer für gleiche Arbeit.
  • Ungerechte Verteilung: Die Sorgearbeit, also die Betreuung und Pflege von Angehörigen, lastet überproportional auf Frauen.

Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen, erklärt: „Frauen verbringen fast doppelt so viel Zeit wie Männer mit der unbezahlten Betreuung und Pflege von Angehörigen. Diese strukturelle Benachteiligung gilt es, sichtbar zu machen.“ Diese zusätzliche Belastung führe dazu, dass Frauen weniger am Berufsleben teilnehmen könnten und somit ein höheres Risiko für Altersarmut tragen.

Politische Reaktionen und nächste Schritte

Im vergangenen Jahr hatte sich der niedersächsische Landtag bereits mit dem Thema beschäftigt. Nun wartet das Bündnis aus Verbänden auf eine offizielle Reaktion aus dem Innenministerium. Barbara Hartung, Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen, unterstreicht die Bedeutung der Forderung: „Frauen stellen die Hälfte der Gesellschaft – sie müssen auch die Hälfte der Macht und der Verantwortung tragen.“

Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland in Niedersachsen, warnt vor den langfristigen Folgen der aktuellen Situation: Die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und beruflichen Chancen führe dazu, dass Frauen häufiger von Altersarmut betroffen seien als Männer.

Die Verbände sehen in der Einführung des Internationalen Frauentags als Feiertag eine konkrete Maßnahme, um diese Missstände in den Fokus der öffentlichen Diskussion zu rücken und langfristige Veränderungen anzustoßen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration