Promis fordern mehr Barrierefreiheit: Petition an Bas übergeben
Promis fordern mehr Barrierefreiheit: Petition übergeben

Prominente übergeben Petition für mehr Barrierefreiheit

Im Kampf für mehr Inklusion haben Schauspieler Samuel Koch, Olympiasiegerin Kristina Vogel und Autor Raúl Krauthausen Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) eine Petition zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes überreicht. Die Petition, die inzwischen mehr als 151.000 Unterschriften zählt, kritisiert, dass das Gesetz Unternehmen schütze, die diskriminieren, statt Menschen mit Behinderung. „Schön und gut, dass Ämter barrierefrei werden sollen“, sagte Koch der Deutschen Presse-Agentur. „Aber das wahre wirkliche Leben findet hier nicht auf dem Amt statt, sondern in Cafés, in Bars, in Konzerten, in Kultureinrichtungen, in Kinos.“

Kritik am Gesetzesentwurf

Die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes soll Verbesserungen für die rund 13 Millionen Menschen mit Beeinträchtigungen bringen. Für sie sind Treppen, Stufen oder schmale Durchgänge oft unüberwindliche Hindernisse, ebenso wie digitale Inhalte, Formulare oder Bescheide. Der Entwurf macht für den Bund konkrete Vorgaben: Er soll bis 2035 sämtliche Barrieren im öffentlichen Raum abbauen, bis 2045 muss dies laut Entwurf geschehen. Zudem müssen Behörden Bescheide, Verträge und Vordrucke sowie Nachfragen und Hinweise barrierefrei gestalten. Für private Unternehmen verzichtet das Gesetz jedoch auf „detaillierte Barrierefreiheitsvorschriften“ und zielt auf „individuelle, praktikable Lösungen“ im Bedarfsfall. Dies stößt auf breite Kritik. „Wir Menschen mit Behinderung gehören zur Gesellschaft. Wir gehören in jeden Betrieb, an jeden Ort und auf jede Veranstaltung“, heißt es in der Petition.

Reaktionen aus der Politik

Am 7. Mai befasste sich der Bundestag mit der Reform des Gesetzes in erster Lesung. Fast allen Parteien im Bundestag ging der Entwurf nicht weit genug. Die Opposition von AfD, Grünen und Linken kritisierte die Pläne scharf, aber auch die Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD kündigten Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren an. Selbst Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) sagte zu ihrer eigenen Vorlage: „Persönlich hätte ich mir mehr gewünscht.“ Die Petition fordert nun, dass Barrierefreiheit in der Privatwirtschaft zur Pflicht wird. Bei der Übergabe waren es mehr als 150.000 Unterschriften, inzwischen sind noch weitere dazugekommen.

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