Schweriner Frauen erheben sich tanzend gegen Gewalt: One Billion Rising in der Mecklenburgstraße
Musik hallte durch die Mecklenburgstraße in Schwerin, als sich am Sonnabend, dem 14. Februar, eine Gruppe von etwa 30 Frauen versammelte, um an der internationalen Kampagne „One Billion Rising“ teilzunehmen. Passanten blieben stehen, klatschten Beifall und dokumentierten das Ereignis mit ihren Handykameras. Die Aktion, die weltweit unter dem Motto „Eine Milliarde erhebt sich“ bekannt ist, fand auch in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns statt.
Technische Probleme stoppen nicht die Botschaft
Ein technischer Defekt ließ die Musikanlage in der Mecklenburgstraße verstummen, doch dies konnte die Entschlossenheit der Teilnehmerinnen nicht bremsen. Claudia Wendorf, Schwerins Gleichstellungs- und Familienbeauftragte, erklärte die Bedeutung des Titels: „Statistisch gesehen erfährt etwa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Gewalt. Das entspricht global einer Milliarde Frauen.“ In Schwerin allein erhielten im vergangenen Jahr 631 Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt Schutz und Unterstützung, wie Liane Dommer, die Leiterin des Frauenhauses Schwerin, betonte.
Politisches Statement mit choreografierten Bewegungen
Was auf den ersten Blick wie eine künstlerische Performance wirken mag, ist in Wirklichkeit ein kraftvolles politisches Statement. Unter dem diesjährigen Motto „Women on Fire – Ni una menos“ setzten die Beteiligten ein klares Zeichen gegen Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt. Das spanische „Ni una menos“, was „nicht eine weniger“ bedeutet, steht international seit Jahren für diesen Kampf.
Organisiert wurde die Schweriner Veranstaltung gemeinsam vom Beratungs- und Hilfenetz des AWO Kreisverbandes Schwerin-Parchim e. V. sowie vom Soroptimist International Club Schwerin. Beide Organisationen engagieren sich seit Jahren in den Bereichen Beratung, Prävention und Unterstützung für Frauen in Notlagen.
Ein Raum der Solidarität entsteht
Auf dem Pflaster der Mecklenburgstraße, umgeben von Einkaufspublikum und Wochenendspaziergängern, entstand für einige Minuten ein besonderer Raum: choreografierte Bewegungen, erhobene Arme und entschlossene Gesichter prägten das Bild. Einige Frauen tanzten mit sicherer Haltung, andere zeigten sich zunächst zögerlich, doch die gemeinsame Botschaft war unmissverständlich. Gewalt gegen Frauen ist kein privates Problem, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, so die klare Aussage der Akteurinnen.
Die Aktion in Schwerin reiht sich ein in eine globale Bewegung, die jedes Jahr am 14. Februar stattfindet, um das Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen zu schärfen und Solidarität zu zeigen. Trotz der kurzen Dauer und der technischen Hindernisse hinterließ die Demonstration einen nachhaltigen Eindruck bei den Zuschauern und unterstrich die Dringlichkeit des Themas in der gesamten Gesellschaft.



