Hanau-Überlebender Said Etris Hashemi in Merseburg: Lesung zu Rassismus und Migration
Hanau-Überlebender Hashemi in Merseburg zu Rassismus

Hanau-Überlebender Said Etris Hashemi kommt nach Merseburg für Lesung und Diskussion

Said Etris Hashemi, der den rassistischen Anschlag von Hanau im Jahr 2020 schwerverletzt überlebte und 2024 ein Buch veröffentlichte, wird am Montag, dem 16. März 2026, im Domstadtkino in Merseburg eine Lesung halten. Im Anschluss findet eine Gesprächsrunde statt, bei der er mit dem Publikum über seine Erfahrungen und aktuelle Themen diskutieren wird.

Der Anschlag von Hanau und seine Folgen

Am 19. Februar 2020 erschoss ein Rechtsterrorist in Hanau neun Menschen mit Migrationsgeschichte aus rassistischen Motiven. Hashemi verlor dabei seinen Bruder Nesar und erlitt selbst schwere Verletzungen. Seitdem engagieren sich Überlebende und Angehörige für die Aufklärung von Versäumnissen der Behörden, was unter anderem zur Einrichtung des Hanau-Untersuchungsausschusses im hessischen Landtag führte.

Hashemis Kritik an Rassismus in der Polizei und der deutschen Identität

In einem Vorab-Interview mit der MZ äußerte Hashemi deutliche Kritik an strukturellem Rassismus in der Polizei. Er betonte, dass Deutschland bis heute keine klare Identität als Einwanderungsland gefunden habe, was zu anhaltenden Problemen im Umgang mit Migration führe. Diese Themen werden auch im Mittelpunkt seiner Lesung und der anschließenden Diskussion stehen.

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Migration in ostdeutschen Städten: Lektionen aus dem Westen

Hashemi sprach zudem darüber, was ostdeutsche Städte wie Merseburg beim Thema Migration von westdeutschen Erfahrungen lernen können. Er hob hervor, dass eine offene Diskussion und proaktive Integrationsmaßnahmen entscheidend seien, um Rassismus entgegenzuwirken und eine inklusivere Gesellschaft zu schaffen. Seine Lesung in Merseburg ist Teil der „Wochen gegen Rassismus im Saalekreis“ und soll dazu beitragen, das Bewusstsein für diese wichtigen Themen zu schärfen.

Die Veranstaltung bietet eine seltene Gelegenheit, direkt mit einem Überlebenden eines der schwersten rassistischen Anschläge in der jüngeren deutschen Geschichte ins Gespräch zu kommen und über Wege zu einer gerechteren Gesellschaft zu reflektieren.

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