Nach über drei Jahrzehnten im Dienst der Kinder und Jugendlichen verabschiedet sich eine prägende Persönlichkeit der Stadt aus dem aktiven Berufsleben. Elke Rudolf, seit 1992 Jugendpflegerin in Boizenburg, tritt zum 1. Mai in den Ruhestand ein. Mit großem Engagement hat sie die Jugendarbeit in der Region über viele Jahre hinweg mitgestaltet und geprägt.
Ein Berufsleben im Zeichen der Jugend
Ihre berufliche Laufbahn begann Elke Rudolf ursprünglich im Schuldienst. Nach ihrer Ausbildung in Berlin zog sie 1984 nach Boizenburg und arbeitete dort mehrere Jahre als Grundschullehrerin. Anfang der neunziger Jahre führte der gesellschaftliche Wandel zu einem beruflichen Neustart. 1992 wechselte sie in die Jugendarbeit der Stadt und blieb diesem Bereich bis zuletzt treu.
„Ich habe schnell gemerkt, dass diese Aufgabe genau zu mir passt und ich hier etwas bewegen kann“, erinnert sich Rudolf. Besonders prägend waren die zahlreichen Projekte, die sie in den vergangenen Jahrzehnten auf den Weg gebracht hat. Dazu zählt vor allem das deutsch-polnische Jugendlager mit der Partnerstadt Czersk, das über viele Jahre hinweg Jugendliche zusammenbrachte und den Austausch förderte.
„Viele junge Menschen haben dort Erfahrungen gesammelt, die sie ein Leben lang begleiten“, sagt Rudolf. Neben internationalen Begegnungen gehörten auch Ferienangebote, Präventionsprojekte und die enge Zusammenarbeit mit Schulen zu ihrem Alltag, wobei die Vernetzung verschiedener Partner in der Region stets eine zentrale Rolle spielte.
Netzwerke als Schlüssel zum Erfolg
Die Stärke der Boizenburger Jugendarbeit liegt vor allem im engen Miteinander von Schulen, Vereinen und sozialen Trägern, die gemeinsam ein vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche schaffen. Auch Simone Siebrecht, Schulsozialarbeiterin an der Rudolf-Tarnow-Schule, hebt diese Zusammenarbeit hervor: „Die Netzwerkarbeit war immer ein großes Thema. Elke Rudolf hat uns bei Projekten begleitet und bei Anträgen unterstützt, zum Beispiel bei der Suchtprävention mit dem Theaterprojekt in den neunten Klassen.“
Seit 2011 ist Boizenburg Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben“, in dessen Rahmen zahlreiche Projekte umgesetzt und Fördermittel eingeworben wurden. Besonders hervorgehoben wird jedoch der langjährige Einsatz von Elke Rudolf durch Bürgermeister Rico Reichelt: „Frau Rudolf war über 30 Jahre für die Stadt tätig und hat in dieser Zeit mit mehreren Bürgermeistern zusammengearbeitet. Das ist nicht selbstverständlich. Ich rechne ihr hoch an, dass sie bis zum letzten Arbeitstag mit vollem Einsatz für ihre Aufgabe da war.“
Ein Abschied mit Emotionen
Der Abschied fiel Elke Rudolf nicht leicht, besonders die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen wird ihr in Erinnerung bleiben. Die Verabschiedung empfand sie als sehr bewegend: „Ich habe gespürt, wie viel Wertschätzung mir entgegengebracht wurde.“ Gleichzeitig blickt sie zuversichtlich auf den neuen Lebensabschnitt mit Reisen, Gartenarbeit und möglichem ehrenamtlichen Engagement. „Ich freue mich auf die freie Zeit, werde sie aber auch sinnvoll nutzen“, sagt sie.
Nach mehr als drei Jahrzehnten hinterlässt Elke Rudolf eine gut vernetzte Jugendarbeit in Boizenburg, geprägt von zahlreichen Projekten und gewachsenem Vertrauen. „Wenn ich zurückblicke, sehe ich viele gemeinsame Erfolge und Begegnungen“, sagt sie. Mit ihrem Abschied endet ein bedeutendes Kapitel, ihr Engagement bleibt jedoch ein bleibendes Beispiel.



