Neue App 'freii' bekämpft Onlinesucht bei Jugendlichen mit 21-Tage-Challenge
App 'freii' gegen Onlinesucht mit 21-Tage-Challenge

Neue App 'freii' bekämpft Onlinesucht bei Jugendlichen mit innovativer 21-Tage-Challenge

Sieben Stunden täglich am Smartphone – für viele Teenager in Deutschland ist das längst zur Normalität geworden. Ab sofort steht Jugendlichen und ihren Eltern eine neue App zur Verfügung, die zu einem bewussteren Umgang mit digitalen Plattformen wie TikTok, Instagram und dem Smartphone generell anregen soll. Das Präventionsprogramm mit dem Namen freii setzt auf eine strukturierte 21-Tage-Challenge mit kurzen täglichen Aufgaben, die zwischen drei und vier Minuten in Anspruch nehmen.

Von der Webversion zur mobilen App

Interessierte konnten das Programm bereits seit Herbst 2025 als Webversion nutzen. Nun ist freii als kostenlose App für Mobilgeräte verfügbar, was den Zugang erheblich erleichtert. Die App motiviert Jugendliche gezielt dazu, offline Zeit mit Freunden zu verbringen oder Aktivitäten in der Natur nachzugehen. Bei einer der Challenges werden die Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise aufgefordert, ihr Handy für mehrere Stunden wegzuschließen, um digitale Entgiftung zu praktizieren.

Alarmierende Zahlen zu riskantem Medienverhalten

Bei der Vorstellung der App in Berlin wies der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck (CDU), auf besorgniserregende Daten hin: „Jedes vierte Kind in Deutschland zeigt ein riskantes Medienverhalten“, erklärte er. Streeck betonte, dass es nicht primär um die reine Nutzungsdauer gehe, sondern darum, was im realen Leben vernachlässigt werde. „Kinder und Jugendliche spielen weniger mit Freunden, essen seltener mit den Eltern und schlafen zu wenig. Dies führt zu Konzentrationsstörungen, psychischen Problemen und im schlimmsten Fall zu Depressionen“, so der Experte.

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Unterstützung von Eckart von Hirschhausen und Angebote für Schulen

Der bekannte Kabarettist und Mediziner Eckart von Hirschhausen unterstützt das Projekt aktiv und hat spezielle Erklärvideos für Eltern produziert. Von Hirschhausen wies darauf hin, dass nicht nur junge Menschen, sondern auch viele Erwachsene übermäßig viel Zeit am Handy verbringen. „Unsere Gesellschaft ist dringend darauf angewiesen, wieder zu lernen, wie echtes Miteinander funktioniert“, sagte er. Die App soll kontinuierlich weiterentwickelt und mit neuen Inhalten ergänzt werden. Konkret richtet sich das Angebot auch an Schulen, wo das Programm durch Workshops von geschultem Personal begleitet werden kann.

Entwicklung durch Experten und klare Abgrenzung

Entwickelt wurde die App von Fachleuten der Villa Schöpflin in Lörrach, einem renommierten Zentrum für Suchtprävention. Peter Eichin, Geschäftsführer der Villa Schöpflin, betonte: „freii ist kein therapeutisches Angebot, sondern ein wirksames Präventionsmittel.“ Hendrik Streeck sprach sich zudem für die Einführung von Schutzmechanismen nach dem Vorbild der FSK aus, um junge Menschen besser vor den Risiken exzessiver Mediennutzung zu schützen.

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