Schlagerlegende mit 97 Jahren: Bibi Johns verrät ihr Geheimnis für ewige Jugend
Sie ist eine wahre Grande Dame der deutschen Unterhaltungsbranche: Bibi Johns, die schwedische Sängerin und Schauspielerin, erfreut sich mit stolzen 97 Jahren bester Gesundheit und geistiger Frische. In ihrem Haus in Pullach bei München, das sie bereits 1964 erbauen ließ, gewährte sie exklusive Einblicke in ihren Alltag und ihre Philosophie.
Ein Morgenritual für Schönheit und Balance
„Mein Glas ist nie halb leer“, betont Bibi Johns mit einem Lächeln. Ihr Geheimnis für die nahezu faltenfreie Haut und jugendliche Ausstrahlung ist ein tägliches Morgenritual. „Ich stelle mich ans offene Fenster, balanciere auf einem Luftkissen, mache Stretchübungen und creme mein Gesicht mit Naturkosmetik ein“, verrät die Künstlerin. Von Botox-Behandlungen rät sie entschieden ab – eine negative Erfahrung in der Vergangenheit habe sie davon überzeugt, dass natürliche Methoden besser seien.
Aktiver Alltag und zukunftsorientiertes Denken
Trotz ihres biblischen Alters regelt Bibi Johns ihre Finanzen und den gesamten Papierkram noch selbstständig. Sie bestellt Lebensmittel online am Computer und kocht täglich ein warmes Mittagessen. Die Diskussion über aktuelle Politik bereitet ihr ebenso Freude wie die Planung ihrer Zukunft. „Es ist an der Zeit, mein Testament zu machen“, erklärt sie. Aus Dankbarkeit für ihre erfolgreiche Karriere will sie ihr Vermögen einer staatlichen Hochschule für Musik vermachen, um junge Talente zu fördern.
Trauer um die Kessler-Zwillinge und Reflexion über das Leben
Neben ihrem Wohnzimmersofa steht ein Foto ihrer langjährigen Freundinnen Alice und Ellen Kessler. Deren begleiteter Suizid im November 2025 belastet Bibi Johns noch immer. „Sie fehlen mir sehr. Ich habe das noch nicht überwunden“, gesteht sie mit bewegter Stimme. Dennoch blickt sie mit Neugier auf das, was nach dem Tod kommen könnte. „Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich bin neugierig auf das, was danach kommt“, sagt die Künstlerin, die sich wünscht, dass ihre Asche in der Nordsee verstreut wird.
Eine außergewöhnliche Karriere zwischen Schlager und Kritik
Geboren als Gun Birgit Johnson in Schweden, startete Bibi Johns ihre Karriere mit 17 Jahren in der Musikgruppe Vårat Gäng. Mit 22 wanderte sie in die USA aus, wo sie ihren ersten Plattenvertrag erhielt. Der Durchbruch in Deutschland gelang ihr mit dem Hit „Bella Bimba“, der sie Mitte der 50er Jahre endgültig nach Deutschland ziehen ließ. Fortan trat sie mit Größen wie Caterina Valente, Peter Alexander und Bill Ramsey auf, drehte Filme mit Harald Juhnke, Gustav Knuth und Marika Rökk und moderierte TV-Shows.
Ironischerweise gesteht die Schlagerikone heute: „Ehrlich gesagt mag ich keine Schlager, auch wenn sie mir in Deutschland alle Türen geöffnet haben.“ Die heutigen Musikwettbewerbe bezeichnet sie als „Zirkus“, bei dem alle Lieder gleich klingen würden. Seit 2013 singt sie nicht mehr öffentlich, doch alte Aufnahmen ihrer Songs erfüllen ihr Herz mit nostalgischen Gefühlen.
Privates Glück und künstlerische Leidenschaft
Zweimal war Bibi Johns verheiratet – mit US-Radio-Discjockey Phil Davis (1954-1956) und Regisseur Michael Pfleghar (1960-1962). Beide Ehen blieben kinderlos. „Es gab nie den richtigen Mann für eine Familiengründung“, resümiert sie. Ihre letzte große Liebe war der 40 Jahre jüngere Pianist Alex Racic, mit dem sie 13 Jahre lang ein Paar war. „Die Liebe zwischen uns, das war die Musik“, erklärt sie. Als er die Musik aufgab, erlosch auch ihre Beziehung.
Neben ihrer Musikkarriere betätigte sich Bibi Johns in den 80er Jahren als Malerin. „Meine Bilder sind meine Babys“, sagt sie über ihre künstlerischen Werke. Ein Selbstporträt in Öl von 1987 hängt prominent in ihrem Wohnzimmer und zeugt von dieser kreativen Phase.
Mit 76 unfallfreien Jahren gab sie kürzlich ihren Führerschein ab – aus Eitelkeit, wie sie zugibt: „Ich wollte mit der Zahl angeben und nicht riskieren, den Schnitt zu versauen.“ Diese humorvolle Einstellung charakterisiert die lebensfrohe Künstlerin, die trotz ihres hohen Alters jeden Tag als Geschenk betrachtet und sich freut, noch zu leben.



