Staatssekretär empört über Vergewaltigungsvorwurf in Jugendzentrum: „Keine Sex-Spielwiesen“
Empörung nach Vergewaltigungsvorwurf in Berliner Jugendzentrum

Empörung nach Vergewaltigungsvorwurf in Berliner Jugendzentrum

Ein schockierender Vorfall in einem Berliner Jugendzentrum hat zu heftigen politischen Reaktionen geführt. Im Jugendclub Wutzkyallee in Berlin-Neukölln soll eine 16-jährige Schülerin vergewaltigt worden sein. Das Jugendzentrum bleibt mindestens für diese Woche geschlossen.

Gesprächsprotokoll sorgt für Aufsehen

Ein internes Gesprächsprotokoll von Betreuern, das sowohl der Bild-Zeitung als auch Behörden vorliegt, beschreibt eine höchst umstrittene Praxis. Darin heißt es wörtlich: „Intimitäten in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums sind zulässig – auch zwischen Mädchen und mehreren Jungen.“ Diese Aussage hat nun eine breite Debatte über die pädagogischen Standards in Jugendfreizeiteinrichtungen ausgelöst.

Politische Reaktionen und Kritik

Jugendstaatssekretär Falko Liecke (53, CDU) zeigt sich empört über die im Protokoll dokumentierten Aussagen. „Jugendzentren haben einen pädagogischen Auftrag zur vernünftigen Freizeitgestaltung“, betont er entschieden. „Sie sind keine Spielwiese zum Ausleben sexueller Beziehungen.“ Allerdings stellt er klar, dass Knutschen an sich kein Tabu darstellen sollte.

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Die konkreten Vorfälle, die nun untersucht werden müssen, sind schwerwiegend: Neben der mutmaßlichen Vergewaltigung des Mädchens im Garten des Clubs sollen weitere Jugendliche ein Mädchen in einem Hinterzimmer festgehalten und begrapscht haben.

Sozialer Brennpunkt Gropiusstadt

Der betroffene Jugendclub befindet sich in der Neuköllner Großsiedlung Gropiusstadt, die zu 90 Prozent aus Sozialbauwohnungen besteht und seit den 1980er Jahren als sozialer Brennpunkt gilt. Unter den Kindern und Jugendlichen in diesem Stadtteil haben mehr als 70 Prozent einen Migrationshintergrund.

Forderungen nach Aufklärung

Neuköllns CDU-Fraktionschef Markus Oegel (62) übt scharfe Kritik an der beschriebenen Praxis. „Man kann in Jugendzentren nicht deshalb Räume für Intimitäten schaffen, weil muslimische Jugendliche das zu Hause nicht dürfen – das ist nicht tolerabel“, erklärt der hauptberufliche Gerichtsvollzieher. „Immerhin reden wir noch von Minderjährigen.“

Oegel hat gemeinsam mit seinen Kollegen eine Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses beantragt, um die zuständige Stadträtin und Vertreter des Jugendamtes zu befragen. Bisher wurde jedoch noch kein Termin für diese dringend geforderte Sitzung von der grünen Vorsitzenden anberaumt.

Offene Fragen und Unsicherheit

Mehrere kritische Fragen bleiben vorerst unbeantwortet: Ist es Teil eines Schutzkonzeptes, Räume für sexuelle Handlungen in Jugendeinrichtungen bereitzustellen? Wurden nach dem spät erteilten Hausverbot gegen die mutmaßlichen Täter andere Einrichtungen gewarnt? Können junge Frauen derzeit noch empfohlen werden, Jugendfreizeitstätten in Neukölln zu besuchen?

Die Berliner Senatsverwaltung betont, dass es keine offiziellen Vorschriften oder Liebesregelungen für Jugendzentren gibt. Dennoch muss laut Staatssekretär Liecke nun untersucht werden, warum Intimitäten sogar in Gruppen zugelassen wurden und wie es zu den schwerwiegenden Vorfällen kommen konnte.

Der Fall hat eine grundlegende Diskussion über die pädagogische Verantwortung in Jugendfreizeiteinrichtungen ausgelöst und wirft Fragen nach angemessenen Schutzmaßnahmen für minderjährige Besucher auf.

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