Freitag, der 13.: Wie alter Aberglaube die digitale Ära überdauert
Freitag, der 13.: Aberglaube in der digitalen Ära

Freitag, der 13.: Wie alter Aberglaube die digitale Ära überdauert

Schwarze Katzen können auch im Computerzeitalter Pech bringen, wie unserem Reporter in Neubrandenburg aufgefallen ist. Der uralte Aberglaube überdauert erstaunlicherweise moderne Technologien, die unser Leben dominieren.

Jahrtausende alte Ängste in der Gegenwart

Seit Jahrtausenden fürchten Menschen schwarze Katzen, zerbrochene Spiegel und die unheilvolle Zahl 13. Die Menschheit hat das Rad erfunden, die Dampfmaschine entwickelt, das Internet erschaffen und künstliche Intelligenz perfektioniert – und klopft dennoch weiterhin auf Holz. Oder, wenn gerade kein echtes Holz verfügbar ist, auf den Pressspan-Schreibtisch. Man nimmt eben, was man in der modernen Bürowelt gerade zur Hand hat.

Technologie als Verstärker statt Überwinder

Die Technologie hat den Aberglauben keineswegs besiegt, sondern ihm lediglich neue Verbreitungswege geschenkt. Horoskop-Apps verzeichnen heute mehr Downloads als praktische Steuerrechner-Programme. Algorithmen wissen genau, wann Menschen besonders empfänglich für magisches Denken sind – nämlich immer dann, wenn der Computer unerwartet abstürzt, die wichtige Präsentation sich drei Minuten vor dem Meeting selbst löscht oder der USB-Anschluss weniger universell verbindet, als sein Name verspricht.

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In solchen frustrierenden Momenten neigen wir dazu, lieber dem Universum die Schuld zu geben als dem fehlenden Ersatzgerät oder dem nicht erstellten Back-up. Die menschliche Psyche sucht nach Erklärungen, selbst wenn diese irrational erscheinen.

Moderne Anpassungen alter Traditionen

Das Navigationsgerät führt uns bedenkenlos unter Leitern hindurch, ohne vor den damit verbundenen abergläubischen Befürchtungen zu warnen. Künstliche Intelligenz kennt keine schlechten Vorzeichen oder Unglückssymbole. Und die Zahl 13 fehlt in vielen Hotel-Apps bei der Etagenauswahl angeblich nicht aus Aberglauben, sondern aus Gründen der verbesserten Nutzererfahrung – so die offizielle Erklärung.

Wissenschaftliche Erklärungen für irrationales Verhalten

Die Wissenschaft erklärt dieses Phänomen mit der menschlichen Kontrollsehnsucht und der natürlichen Neigung unseres Gehirns, selbst im puren Zufall Muster und Bedeutungen zu erkennen. Diese Erklärung erscheint völlig einleuchtend und absolut nachvollziehbar. Haben Sie schon einmal versucht, Wolkenformationen zu betrachten, ohne in den zufälligen Himmelsgebilden bekannte Bilder oder Gesichter zu erkennen?

Unser Gehirn ist darauf programmiert, Zusammenhänge herzustellen – selbst wenn keine objektiv existieren. Diese kognitive Veranlagung bildet die Grundlage für abergläubisches Denken, das trotz aller technologischen Fortschritte weiterhin in unserer Gesellschaft präsent bleibt.

Bevor dieser Artikel verfasst wurde, klopfte der Autor dreimal auf seinen Schreibtisch. Anschließend wurde vorsichtshalber noch der Browser-Cache geleert. Man weiß ja nie, was das digitale Schicksal bereithält.

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