Günther fordert sofortiges Mindestalter für Social Media: Jeder Monat schadet Kindern
Günther: Mindestalter für Social Media sofort umsetzen

Günther warnt: Social Media führt Gesellschaft in den Abgrund

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat mit drastischen Worten vor den Gefahren intensiver Social-Media-Nutzung für junge Menschen gewarnt. Der CDU-Politiker fordert die umgehende Einführung eines Mindestalters von 14 Jahren für Plattformen wie TikTok und Instagram und wirft Deutschland dabei eine "schwere Sünde" im Jugendschutz vor.

"Jeder Monat des Wartens schadet Kindern"

"Wenn wir so weitermachen wie bisher, ohne einzugreifen, führt das unsere Gesellschaft in den Abgrund", erklärte Günther dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Regierungschef betonte, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene von den negativen Auswirkungen intensiver Social-Media-Nutzung betroffen seien. Seine klare Forderung: "Jeder Monat, den wir warten, schadet Kindern und Jugendlichen. Es gibt keinen Grund mehr zu warten."

Günther argumentierte, der Staat trage eine Mitverantwortung für erhebliche Schäden bei jüngeren Menschen, weil er seiner Schutzfunktion nicht ausreichend nachgekommen sei. "Wir haben in den vergangenen Jahren eine schwere Sünde begangen, weil wir das zu spät erkannt und nichts getan haben", so der Ministerpräsident.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Teilhabe versus Schutz vor schädlichen Inhalten

Zwar betonte Günther die Bedeutung digitaler Teilhabe, stellte jedoch kritisch in Frage: "Aber welche Kinder wollen Teilhabe an Gewaltvideos, Enthauptungen, Stigmatisierungen und verzerrten Schönheitsbildern, die sie in Depressionen treiben?" Der CDU-Politiker sieht hier einen klaren Konflikt zwischen Teilhabe und notwendigem Schutz.

Die CDU hatte bereits auf ihrem Parteitag im Februar beschlossen, ein Mindestalter von 14 Jahren für soziale Medien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen einführen zu wollen. Günther zeigte sich optimistisch, dass eine Mehrheit im Bundestag für entsprechende Maßnahmen zu gewinnen sei, da CDU und SPD sich in dieser Frage einig seien.

Widerstände und Kritik an der Forderung

Gegenwind kommt unter anderem von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der gewarnt hatte, dass Verbote soziale Medien für Jugendliche und Kinder erst recht interessant machen könnten. Doch Günther bleibt zuversichtlich: "Ich kenne Markus Söder so, dass er durchaus auf Entwicklungen reagiert. Deshalb kann es gut sein, dass er nochmal in sich geht."

Kritiker wie das Deutsche Kinderhilfswerk lehnen ein Verbot dagegen ab, weil es die digitale Teilhabe von Kindern einschränke. Doch Günther zeigt sich bei diesem Thema kompromisslos: "Sonst bin ich immer für Kompromisse. Bei diesem Thema nicht." Der Ministerpräsident betonte, dass entsprechende Vorschläge sofort umgesetzt werden müssten, sobald sie vorlägen.

Die Debatte um den richtigen Umgang mit Social Media und dem Schutz Minderjähriger gewinnt damit weiter an Schärfe. Während Befürworter auf die psychischen Gefahren durch schädliche Inhalte verweisen, warnen Gegner vor überzogenen Beschränkungen und fordern stattdessen bessere Medienkompetenzvermittlung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration