Jugendliche fordert bessere Aufklärung statt Social-Media-Verbot nach eigenen Erfahrungen
Jugendliche fordert bessere Aufklärung statt Social-Media-Verbot

Jugendliche aus Uckermark berichtet von belästigenden Nachrichten und fordert digitale Bildung

Die 15-jährige Wilhelmine Markgraf aus der Uckermark findet den Vorschlag der CDU, Social Media für Kinder und Jugendliche zu verbieten, durchaus spannend. Gleichzeitig stellt sie jedoch praktische Umsetzungsfragen und berichtet aus eigener Erfahrung von den dunklen Seiten sozialer Netzwerke. In wenigen Tagen wird sie ihren 16. Geburtstag feiern und wäre von einem solchen Verbot nicht mehr betroffen, doch die Diskussion hält sie für überfällig.

Hass im Netz bleibt oft ohne Konsequenzen

Wilhelmine nutzt bewusst keine großen Plattformen wie Facebook, TikTok oder Instagram, obwohl sie den Wunsch danach hatte. Nach Familienberatungen entschieden ihre Eltern, die beruflich täglich aggressive und verletzende Online-Kommunikation beobachten, gegen die Nutzung. „Viele Menschen schreiben im Internet Dinge, die sie niemandem persönlich ins Gesicht sagen würden“, erklärt die Jugendliche. In den meisten Fällen blieben diese Hassnachrichten ohne jegliche Konsequenzen für die Absender.

Merkwürdige Nachrichten und wirkungslose Meldungen

Auf Snapchat ist Wilhelmine nach langem Betteln seit etwa einem Jahr aktiv – doch auch hier erlebt sie regelmäßig unangenehme Situationen. Junge und ältere Männer schreiben ihr regelmäßig mit unangebrachten Absichten. Obwohl sie problematische Inhalte konsequent meldet, behaupten die Plattform-Verantwortlichen häufig, diese würden nicht gegen die Richtlinien verstoßen. „Das finde ich wirklich merkwürdig und frustrierend“, so die 15-Jährige.

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Mobbing in Klassenchats und Zeitverlust

Auch bei WhatsApp beobachtet Wilhelmine problematische Entwicklungen. In Klassenchats mobben Schülerinnen und Schüler regelmäßig andere, doch viele installieren die App dennoch, um nicht von schulrelevanten Informationen ausgeschlossen zu werden. Ein weiteres Problem sieht sie in der ständigen Verfügbarkeit: Ihr uneingeschränkter Handykonsum führt dazu, dass sie beim Chatten, Scrollen und Anschauen von Reels regelmäßig die Zeit vergisst.

Bildung statt Verbote als Lösung

Die Jugendliche bezweifelt, dass ein Verbot alle Schlupflöcher schließen könnte – ähnlich wie bei Alkohol, Zigaretten oder Drogen. „Viel wichtiger finde ich es, wenn Lehrerinnen und Lehrer uns im Unterricht besser mit Social Media vertraut machen und dabei helfen, Risiken zu erkennen“, betont Wilhelmine. Sie wünscht sich insbesondere im Informatikunterricht mehr Aufklärung über verantwortungsvolle Nutzung.

Abschließend stellt sich die Schülerin die Frage, ob die Regierung ein Social-Media-Verbot tatsächlich durchsetzen kann oder ob es lediglich als strategisches Wahlkampfthema dient. Ihre persönlichen Erfahrungen zeigen jedenfalls, dass die aktuellen Kontrollmechanismen der Plattformen oft unzureichend sind und junge Nutzerinnen besser geschützt werden müssen.

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