Neue KI-hatbots bei Kindern: Studie warnt vor Suchtrisiken und emotionalen Bindungen
KI-Programme bei Kindern: Studie warnt vor Suchtrisiken

KI-Chatbots bei Kindern im Kommen: Studie offenbart alarmierende Suchtrisiken

Die Nutzung von sozialen Medien bleibt bei Kindern und Jugendlichen weiterhin auf einem problematisch hohen Niveau, wie eine aktuelle Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt. Hochgerechnet sind fast 1,5 Millionen Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren von einer Social-Media-Sucht bedroht oder bereits betroffen. Besorgniserregend ist dabei der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Form von Chatbots, die neue Dimensionen der Risiken mit sich bringen.

Neue KI-Sprachprogramme erobern den Alltag von Kindern

Programme wie ChatGPT oder Gemini, die eine menschenähnliche Kommunikation per Text oder Sprache ermöglichen, gehören laut der Studie inzwischen zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. 20,8 Prozent nutzen solche KI-Anwendungen mehrmals pro Woche, während 6,4 Prozent sie täglich verwenden. Häufig dienen diese Chatbots als Lern- und Informationswerkzeuge, doch sie können auch soziale und emotionale Funktionen übernehmen.

Ein besorgniserregender Aspekt ist, dass einige Befragte angaben, Chatbots Dinge anzuvertrauen, die sie sonst nur engen Freunden erzählen würden. Laut der Studie trifft dies „manchmal“ auf 7 Prozent und „oft“ oder „sehr oft“ auf weitere 3,4 Prozent zu. Studienleiterin Kerstin Paschke warnt davor, dass die oft bestätigenden Reaktionen der Programme dazu führen können, dass junge Menschen eine emotionale Bindung zu einem Chatbot entwickeln. Dies könne psychische Belastungen verstärken und problematische Nutzungsmuster begünstigen.

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Steigende Nutzung von Online-Videos und Social Media

Für die Untersuchung wurden 1.005 Kinder im Alter von 10 bis 17 Jahren zusammen mit einem Elternteil vom Institut Forsa online befragt. Trotz leichter Rückgänge bei den Nutzungszeiten bleibt die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit einer problematischen Mediennutzung sehr hoch. Bemerkenswert ist ein starker Anstieg bei der Nutzung von Online-Videos auf Plattformen wie TikTok, YouTube oder Netflix, die oft passiv und mit endlosem Scrollen konsumiert werden.

Social-Media-Angebote wie Messenger, Streamingdienste oder Fotoalben werden regelmäßig von 88,8 Prozent der Mädchen und 86,1 Prozent der Jungen genutzt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt werktags bei 146 Minuten und an Wochenenden bei 201 Minuten pro Tag. Der Anteil der Kinder mit einer riskanten Social-Media-Nutzung beträgt 21,5 Prozent, was hochgerechnet 1,1 Millionen Kindern in Deutschland entspricht. Eine suchtartige Nutzung liegt bei 6,6 Prozent der 10- bis 17-Jährigen vor, was etwa 350.000 Kindern und Jugendlichen betrifft.

Experten fordern dringende Schutzmaßnahmen

DAK-Chef Andreas Storm mahnt rasche Regelungen an, etwa für Altersgrenzen, und betont die Notwendigkeit von Geschwindigkeit in der Gesetzgebung. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen vergleicht Social Media mit der „Zigarette des 21. Jahrhunderts“ und warnt davor, dass Apps gezielt auf maximale Bindung und Abhängigkeit ausgelegt sind. Er fordert klare staatliche Grenzen, ähnlich wie bei Tabak, um suchtfördernde Mechanismen einzudämmen.

In der schwarz-roten Koalition haben sich CDU und SPD bereits für ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige und Schutzregeln bis zum Alter von 16 Jahren ausgesprochen. Die Bundesregierung hat eine Expertenkommission eingesetzt, deren Ergebnisse im Sommer erwartet werden. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die wachsenden Risiken durch KI-Chatbots und soziale Medien für die junge Generation zu adressieren.

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