Kinderpsychiater warnt: Sexuelle Übergriffe durch Jungen nehmen zu
Sexuelle Übergriffe durch Jungen nehmen laut Experten zu

Experten warnen vor Zunahme sexueller Übergriffe durch männliche Jugendliche

Der renommierte Kinder- und Jugendpsychiater Oliver Dierssen schlägt Alarm: In seiner Praxis beobachtet er eine besorgniserregende Zunahme sexueller Übergriffe, bei denen in der überwiegenden Mehrheit der Fälle Jungen und männliche Jugendliche als Täter in Erscheinung treten. Diese Entwicklung stellt Familien, Schulen und die gesamte Gesellschaft vor enorme Herausforderungen.

Frühe Prägung entscheidend für späteres Verhalten

Laut Dierssen entsteht die Bereitschaft, später als Täter aufzutreten, bereits in sehr jungen Jahren. „Die Weichen werden oft schon in der frühen Kindheit gestellt“, erklärt der Facharzt in einem aktuellen Interview. Er betont, dass präventive Maßnahmen daher möglichst früh ansetzen müssen, um nachhaltige Wirkung zu entfalten.

Der Experte sieht insbesondere Väter in einer besonderen Verantwortung. „Väter sollten sich ihrer Vorbildrolle bewusst sein und ihren Söhnen von Anfang an respektvollen Umgang mit anderen Menschen vorleben“, so Dierssen. Gleichzeitig richtet er einen konkreten Rat an Mütter: Sie sollten sensibel für erste Anzeichen problematischen Verhaltens sein und nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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Gesellschaftliche Herausforderungen und Lösungsansätze

Die steigende Zahl von Übergriffen unter Jugendlichen spiegelt nach Ansicht des Psychiaters breitere gesellschaftliche Probleme wider:

  • Mangelnde Aufklärung über Grenzen und Konsens
  • Einfluss von Medien und sozialen Netzwerken
  • Fehlende positive männliche Rollenvorbilder
  • Unzureichende Unterstützungssysteme für betroffene Familien

Dierssen plädiert für einen mehrdimensionalen Ansatz zur Bekämpfung des Problems. Dazu gehören:

  1. Frühkindliche Erziehung zu Empathie und Respekt
  2. Verstärkte Aufklärungsarbeit in Schulen und Jugendeinrichtungen
  3. Leichter zugängliche Beratungsangebote für Eltern und Jugendliche
  4. Gesellschaftliche Diskussion über toxische Männlichkeitsbilder

Der Kinder- und Jugendpsychiater warnt davor, das Problem zu verharmlosen oder zu tabuisieren. Nur durch offene Gespräche, frühzeitige Intervention und gemeinsame Anstrengungen von Familien, Bildungsinstitutionen und Fachleuten könne die besorgniserregende Entwicklung gestoppt werden. Die Interviewpartnerin Barbara Vorsamer dokumentierte diese wichtigen Erkenntnisse im März 2026.

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