Paris – Hässliche Szenen nach dem 1:1-Unentschieden im Königsklassen-Knaller zwischen Bayern München und Paris Saint-Germain. Zunächst feierten die PSG-Fans in der französischen Hauptstadt ausgelassen das Erreichen des Finals der Champions League. Dann kam es leider auch zu Ausschreitungen.
127 Festnahmen und mehrere Verletzte
Wie Innenminister Laurent Nuñez (62) dem Sender „Europe 1“ mitteilte, wurden im Großraum Paris 127 Menschen festgenommen. Elf Menschen seien verletzt worden. Auch einen Schwerverletzten, der mit Feuerwerkskörpern hantierte, gab es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Insgesamt hätten 23 Einsatzkräfte leichte Blessuren erlitten.
Polizei setzt Tränengas ein
Laut französischen Medienberichten hatten sich die PSG-Anhänger sowohl rund um das Stadion Parc des Princes, dem Heimstadion von PSG, als auch bei der Prachtmeile Champs-Élysées zum Feiern aufgehalten. Einige von ihnen hätten versucht, sich Zugang zur Stadtautobahn zu verschaffen. Versammlungen auf den Champs-Élysées waren eigentlich verboten worden. Vereinzelt setzte die Polizei demnach Tränengas ein.
Feuerwehr löscht Brände
An anderen Orten in der Hauptstadt mussten die Feuerwehrleute wegen brennender Mülltonnen ausrücken, wie die französische Tageszeitung „Le Parisien“ berichtet. Am Donnerstagmorgen meldete die Pariser Feuerwehr 67 brennende Mülltonnen im Bereich der Champs-Élysées und des Parc des Princes. Drei Fahrzeuge wurden ebenfalls in Brand gesetzt, wie die Pariser Feuerwehr mitteilte, eines auf der Place de la Concorde und zwei im Bereich des Parc des Princes.
Innenminister lobt Polizei
Nunez lobte das schnelle Handeln der Polizei am Mittwochabend in Paris und versprach, dass es am Tag des Endspiels einen großangelegten Einsatz geben werde, um erneute Krawalle zu verhindern: „Wir werden keine Ausschreitungen tolerieren.“
Vergleich zum Vorjahr
Im vergangenen Jahr war es nach dem Champions-League-Triumph von PSG in Paris zu gewaltsamen Krawallen gekommen. Randalierer plünderten Geschäfte, schlugen Fensterscheiben ein und zündeten Autos an – solche furchtbaren Szenen gab es nun nach dem Spiel gegen Bayern München zum Glück nicht. Damals waren 294 Menschen festgenommen worden.



