Berliner Landgericht verhandelt Fall von schwerer Gewalt in der Familie
Vor dem Berliner Landgericht muss sich ein 19-jähriger Mann wegen eines gewalttätigen Angriffs auf seine eigene Mutter verantworten. Die Anklage wirft ihm unter anderem versuchten Totschlag vor, nachdem es in der gemeinsamen Wohnung in Berlin-Pankow zu einer dramatischen Eskalation kam. Der junge Mann, der zur Tatzeit keinen festen Wohnsitz hatte und bereits vorbestraft ist, gab zu Prozessbeginn zu, Gewalt angewendet zu haben, bestritt jedoch die Tötungsabsicht.
Drogenkonsum als Auslöser für den Familienkonflikt
Laut den Ermittlungsbehörden hatte sich der Angeklagte am 6. Oktober 2025 bei seiner 38-jährigen Mutter angemeldet, um in ihrer Wohnung zu essen und zu duschen. Während seines Besuchs ertappte die Mutter ihren Sohn jedoch beim Konsum von Drogen. Daraufhin forderte sie ihn auf, die Wohnung umgehend zu verlassen. Diese Aufforderung soll der Auslöser für die folgende Gewaltorgie gewesen sein.
Der 19-Jährige reagierte laut Anklage mit massiver Aggression. Er soll zunächst verschiedene Gegenstände in Richtung seiner Mutter geworfen haben, bevor er sie mit Fäusten schlug und an den Haaren zog. Anschließend griff er zu einem Messer und bedrohte sie damit. Die Situation eskalierte weiter, als er seinen Arm um ihren Hals legte und etwa eine Minute lang fest zudrückte, sodass sie kaum noch Luft bekam.
Emotionale Zeugenaussage der Mutter unter Tränen
Als erste Zeugin im Prozess sagte die Mutter unter Tränen aus. Sie schilderte, wie ihr Sohn sie „durch die ganze Wohnung geschlagen“ habe. Als sie versuchte, die Polizei zu alarmieren, griff er zu einem Messer. „Er wollte auf mich einstechen, mein Neffe konnte noch dazwischengehen“, berichtete die 38-Jährige emotional. Zuletzt habe er sie gewürgt, bis sie keine Luft mehr bekam. Weinend wandte sie sich direkt an ihren angeklagten Sohn: „Warum hast du das gemacht?“
Der Angeklagte, der seit seiner Festnahme etwa zwei Wochen nach der Tat in Untersuchungshaft sitzt, zeigte sich von dem Vorwurf des versuchten Totschlags schockiert. Er räumte ein, seine Mutter geschlagen und mit einem Messer eingeschüchtert zu haben, betonte aber, er habe sie nicht töten wollen. Für den Prozess sind noch sechs weitere Verhandlungstage bis zum 19. Mai vorgesehen, in denen die genauen Umstände und mögliche Motive weiter aufgeklärt werden sollen.
Dieser Fall wirft ein grelles Licht auf die tragischen Dynamiken von Gewalt in Familien, insbesondere wenn Drogenkonsum im Spiel ist. Die emotionale Belastung für alle Beteiligten, insbesondere die Mutter, die ihren eigenen Sohn vor Gericht sehen muss, ist immens und unterstreicht die komplexen sozialen und psychologischen Faktoren solcher Konflikte.



