Das gesellschaftliche Klima für demokratisch Engagierte ist rauer geworden, auch in Dessau-Roßlau. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht des Projekts Gegenpart, der nun veröffentlicht wurde. Demnach wurden im Jahr 2025 insgesamt 350 rechte Vorfälle in der Stadt registriert – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.
Bedrohung, Unterwanderung und Störversuche
Die Delikte reichen von Bedrohungen und Störversuchen bei Veranstaltungen bis hin zu Unterwanderungsversuchen von zivilgesellschaftlichen Gruppen. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von Vorfällen, die sich gegen politisch engagierte Bürgerinnen und Bürger richten. Immer mehr Menschen fühlen sich verunsichert und suchen Rat bei den Beratungsstellen des Projekts.
Beratungsbedarf steigt
Die Nachfrage nach Beratung ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Das Projekt Gegenpart bietet Unterstützung für Betroffene von rechter Gewalt und Diskriminierung. Die Beraterinnen und Berater helfen bei der Dokumentation von Vorfällen, vermitteln an weitere Hilfsangebote und begleiten Betroffene zu Behörden oder Gerichten.
Ein Sprecher des Projekts betonte, dass die Dunkelziffer vermutlich noch höher liege, da viele Vorfälle nicht gemeldet würden. Die Stadtverwaltung von Dessau-Roßlau zeigte sich alarmiert und kündigte an, die Präventionsarbeit zu verstärken. Oberbürgermeister Robert Reck (parteilos) erklärte: „Wir werden uns nicht einschüchtern lassen und setzen weiterhin auf ein starkes demokratisches Miteinander.“
Der Bericht des Projekts Gegenpart ist online abrufbar und soll auch in den kommenden Wochen in öffentlichen Veranstaltungen diskutiert werden. Ziel ist es, die Zivilgesellschaft zu stärken und rechten Tendenzen entschlossen entgegenzutreten.



