Urteil in Erfurt: 900-facher sexueller Missbrauch
Am Landgericht Erfurt ist ein Mann zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden, der seine Stiefkinder über einen Zeitraum von Jahren hinweg hunderte Male sexuell missbraucht hatte. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem „beispiellosen Ausmaß an Grausamkeit“. Der Angeklagte, der nicht namentlich genannt wird, hatte die Taten weitgehend gestanden.
„Hochgradig gesteuertes“ Handeln
Das Gericht bescheinigte dem Verurteilten ein „hochgradig gesteuertes“ Vorgehen. Er habe die Kinder systematisch isoliert und unter Druck gesetzt, um seine Taten zu vertuschen. Die Opfer, zwei Stiefkinder, erlitten laut Gutachten schwere psychische Schäden. Der Stiefsohn äußerte sich nach dem Urteil: „Es gibt offenbar keine Grenzen mehr, was Menschen mit anderen Menschen anstellen.“ Er befürchtet, dass der Verurteilte nach Verbüßung der Haftstrafe erneut straffällig werden könnte.
Reaktionen und Ausblick
Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Experten fordern eine konsequentere Überwachung von Sexualstraftätern nach der Haftentlassung. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, in Revision zu gehen, um eine Sicherungsverwahrung zu prüfen. Der Verteidiger des Angeklagten kündigte ebenfalls Rechtsmittel an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.



